Die "Apotheke zum weißen Adler" - heute "Adler-Apotheke" - ist die älteste Leipziger Apotheke am selben Standort in der Hainstraße. Eröffnet wurde sie im Jahre 1709. Schon viele Jahrzehnte zuvor versuchte man, diese Apotheke zu öffnen. Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert gab es die Löwen-Apotheke, die König Salomon-Apotheke und die Mohren-Apotheke (später Engel-Apotheke). Um eine vierte Apotheke gab es Auseinandersetzungen zwischen dem Sächsischen Hof und dem Rat der Stadt Leipzig über das Recht der Zulassung. Gescheitert waren sie an dem Exklusivertrag (Ratsprivileg) der bestehenden Apotheken. Der Apotheker Nicolaus Jerre aus Dresden konnte mit einem Privileg von August, dem II. (Kurfürst von Sachsen und König von Polen "August der Starke") die langersehnte Apotheke dann eröffnen. Der Name "zum weißen Adler" spielte auf das polnische Königtum an. Ab 1735 durfte sie den Namen "Hofapotheke" führen, die den fürstlichen Hof diente. Damit wussten die Bürger, das die Apotheke höchsten Ansprüchen genügt. Zum 200-jährigen Jubiläum (1908/1909) errichtete der Apotheker Richard Lux ein neues Wohnhaus mit Apotheke im Jugendstil. Die Holzeinrichtung des Arbeitsraums ist im Original erhalten geblieben. Die Apotheke war im Besitz von sieben Familien und ist auch heute noch im Familieneigentum.

Im Hof des Hauses befindet sich über der Tür zum Treppenhaus ein Hauszeichen, mit einem Adler drauf. Dieser verweist auf den ehemaligen "Gasthof zum blauen Adler", der 1631 in einem Register erscheint.

Die "Adler-Apotheke" befindet sich in der Hainstraße, zwischen Brühl und Markt, unweit vom Jägerhof.

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