Die "Deutsche Demokratische Republik" entstand am 07. Oktober 1949 und endete am 03. Oktober 1990 mit der Wiedervereinigung Deutschlands. 40 Jahre lang gab es DDR, eingeschlossen von einer Betonmauer und Stacheldraht. Wer über die Grenze wollte, wurde erschossen. Am 16. September 1989 begannen in Leipzig die Montagsdemonstrationen. Ihren Namen bekam sie von den Montagen, wo sie stattfanden. Am 09. Oktober trauten sich 70.000 Menschen trotz Schießbefehl auf die Straße und demonstrierten für eine verbesserte DDR und für Freiheit. Sie stürmten das Bezirksverwaltung der Staatssicherheit. Die Demo verließ friedlich und es gab keine Auseinandersetzungen zwischen Bürger und Volkspolizei. Einen Monat später, am 09. November 1989, fiel in der Hauptstadt die Mauer. Gut ein Jahr später, am 03. Oktober 1990 beschlossen Helmut Kohl und Erich Honecker die Fusion von BRD und DDR.

Jeden Montag um 17 Uhr gab es Friedensgebete in der Nikolaikirche. Danach gingen die Leipziger auf die Straße und demonstrierten für eine friedliche und demokratische Neuordnung und besonders für das Ende der SED-Herrschaft. Diese Zeit erwies sich als geschickt gewählt, ohne der Arbeit fernbleiben zu müssen. Sie lag außerdem vor der Ladenschlusszeit in der Innenstadt, somit gab es keine Gefahr die Sicherheitskräfte auf sich zurichten. Die Gebete sprachen die Pfarrern Christian Führer und Christoph Wonneberger aus. Rund 8000 Polizisten, Angehörige der Kampfgruppen und Soldaten der NVA standen bereit. Zu großen Auseinandersetzungen der Demonstrierten kam es am 02. Oktober 1989 und dem 07. und 08. Oktober 1989 zu den Feierlichkeiten zu "40 Jahre DDR".

Montag, der 09. Oktober 1989 in Leipzig, die erste Demonstration mit einer Massenbeteiligung. An diesem Tag waren auch bekannte Leute in der Stadt. Der Gewandhauskapellmeister "Prof. Kurt Masur", Theologe "Dr. Peter Zimmermann", Kabarettist "Bernd-Lutz Lange" und die Sekretäre der SED-Bezirksleitung Leipzig "Dr. Kurt Meyer, Jochen Pommert und Dr. Roland Wötzel". Die sechs Mann sprachen: Unsere gemeinsame Sorge und Verantwortung haben uns heute zusammengeführt. Wir sind von der Entwicklung in unserer Stadt betroffen und suchen nach einer Lösung. Wir alle brauchen einen freien Meinungsaustausch über die Weiterführung des Sozialismus in unserem Land. Deshalb versprechen die Genannten heute allen Bürgern, ihre ganze Kraft und Autorität dafür einzusetzen, dass dieser Dialog nicht nur im Bezirk Leipzig, sondern auch mit unserer Regierung geführt wird. Wir bitten Sie dringend um Besonnenheit, damit der friedliche Dialog möglich wird. Gelesen von Kurt Masur am 09. Oktober 1989.

Die sechs trafen sich gemeinsam in Masurs Haus und arbeiteten die Rede aus. Die drei SED-Sekretäre hatten ihr Vorhaben nicht mit ihrer Parteiführung im Bezirk abgestimmt. Diese Rede wurde vor der Demo im Stadtfunk in der Innenstadt ausgestrahlt. Auch kam sie in der Nikolaikirche zu Wort.