Nicht jeder Leipziger kennt die Spezialitäten in der eigenen Stadt. Vor allem ältere Bürger können sich noch an den Leipziger Allasch und der Lerche erinnern, heutzutage eher das Leipziger Allerlei. Seit 2005 gibt es das Völkerbrot, eine weitere Leipziger Spezialität.

Leipziger Allasch - Er stammt aus dem Rittergut Allasch bei Riga, den die Familie von Blanckenhagen seit 1823 braute. Der Kümmellikör war sehr beliebt und wurde im großen Umfang hergestellt. Ausgegeben wurde er in Russland, in den Vereinigten Staaten und England mit seinen Kolonien. Im Jahre 1944 musste die Familie ihre Allasch-Produktion nach Schwerin verlegen, dort existierte ihre Baltische Likörfabrik. Im Jahre 1830 brachten Handelsleute das Rezept nach Leipzig, als Messestadt hatte sie damals eine große Bedeutung. Er wurde beliebt und wurde von mehreren Unternehmen gebraut. Ab 1926 wurde der Kümmel-Likör auch von der Firma Wilhelm Horn unter den Namen "Echter Leipziger Allasch" hergestellt. Den echten Leipziger Allasch erhalten Sie im Gosehaus & Brauerei im Bayrischen Bahnhof und in Lehmanns Buchhandlung, Innenstadt.

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Leipziger Gose - Sie stammt ursprünglich aus dem Harz, aus Coslar und wurde im Jahre 1738 nach Leipzig gebracht. Es handelt sich um ein obergäriges Bier, das ein Zusatz von Kochsalz und Koriander und einem hohen Anteil biologischer Milchsäure enthält. Ein Bier das nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht und zu den ältesten Biersorten der Welt gehört. Laut einer Legende soll bereits der Kaiser Otto III. im Jahre 996 die Gose gelobt haben. Erstmals wurde sie am 27. März 1332 erwähnt. Das es vielen Menschen schmeckte, wollte immer mehr Leute die Coslarer Spezialität und ging auf Wanderschaft, bis zum Ende des 16. Jahrhunderts gab es in der Harzregion ein "Gosefieber". Nachdem es nach dem Dreißigjährigen Krieg weiter auf Wanderschaft ging, tat sich der bekannte Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau, auch als Alter Dessauer bekannt, als Förderer der Gose ein und brachte es nach Leipzig. Einige Brauereibesitzer stiegen auf das obergärige Bier um und war um 1900 das meistgetrunkene Bier in der Messestadt. Sie warb als Gosestadt, wobei die Geburtsstadt in Vergessenheit geriet. Ende der 50er Jahre wurde die Gose das letzte Mal ausgeschenkt und 1985 wieder belebt, dank Lothar Goldhahn. Die Leipziger Cose erhalten Sie im Gosehaus & Brauerei im Bayrischen Bahnhof.

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Leipziger Lerche - Sie ist ein typisches Leipziger Gebäck aus dem 18. Jahrhundert. Die Lerche ist ein Tier, deren Gesang oft im Flug vorgetragen wird, sie hüpfen nicht sondern laufen. Gefangen wurden sie in den Auen und mit Kräutern und Eiern überbacken. Allein im Jahre 1720 wurden 404.340 Lerchen gefangen, 1876 verbot der sächsische König die Vögeljagd. Die Leipziger konnten davon kaum genug bekommen, als dieses Festtagsgericht von den Lerchenfrauen im Salzgässchen anfing. Einige Bäcker kamen auf die Idee, einen anderen Leckerbissen unter den Namen zu kreieren. Es war eine süße Angelegenheit, aus ofenfrischen Mürbeteig, Mandeln, Nüssen und Erdbeeren. Sie ahmten auch die Form der Lerche nach, die Kreuzbänder zum Zubinden der gefüllten Tiere wurden auch Teig gefertigt. Die neue Leipziger Lerche wurde geboren. Die Leipziger Lerche mit Marzipan- und Marmeladengeschmack gibt es in allen Leipziger Filialen bei der Bäckerei & Konditorei Kleinert und in Lehmanns Buchhandlung, Innenstadt.

Leipziger Räbchen - Eine Süßigkeit in Form von Krapfen, in einem Eierkuchenteig werden sie mit Marzipan und gefüllten Pflaumen gedrückt und im Zimtzucker gewälzt. Die Pflaumen werden dabei entsteint und mit Marzipan gefüllt. Außerdem mahlt man ein wenig Zucker und süße Mandeln so lange in der Schlagmühle, bis die Mandeln eine fettige und haftende Masse ergeben. Danach werden die gefüllten Pflaumen fest gedrückt, damit die Marzipanmasse nicht herausköchelt. Zuletzt zieht man sie durch einen Eier- oder Bierteig. Das Leipziger Räbchen gibt es im Zills Tunnel und im Café Kandler in der Leipziger Innenstadt.

Leipziger Bachpfeifen - Sie sind eine der längsten Pralinen der Welt, nachempfunden als Orgelpfeifen aus Zeiten von Johann Sebastian Bach. Gefüllt sich sie mit einer Giandulacreme und mit feiner Kaffeekuvertüre umschlossen. Die Leipziger Bachpfeifen gibt es im Thomasshop an der Thomaskirche und im Café Richter, Petersstraße in der Leipziger Innenstadt.

Leipziger Allerlei - Es ist ein Gemüsegericht aus jungen Erbsen, Karotten, Spargel, Morcheln, grüne Bohnen, Blumenkohl und Kohlrabi. Zur klassischen Variante gehören auch Flusskrebse, Krebsbutter und Semmelklößchen. Der Legende nach, ist sie eine Erfindung der damaligen reichen Stadt Leipzig nach den napoleonischen Kriegen, um sie vor den Bettlern und Steuereintreibern zu schützen. Der Stadtschreiber Malthus Hempel soll den Stadtvätern vorgeschlagen haben: "Verstecken wir den Speck und bringen nur noch Gemüse auf den Tisch, Sonntags vielleicht ein Stückchen Mettwurst oder ein Krebslein aus der Pleiße dazu". Wer kommt und etwas will, der bekommt Fleisch statt ein Schälchen Gemüsebrühe.

Leipziger Völkerbrot - Es ist die neuste Spezialität aus der Messestadt, ein Brot zugunsten der fehlen Geldbeträge zur Sanierung des Völkerschlachtdenkmals. Erfahrende Bäcker- und Konditoreimeister kreierten eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung aus über 50 Prozent Vollkorn, bestem Weizen, Dinkel und Roggen. Gereifter Sauerteig verfeinert das Aroma und Honig rundet den Geschmack des Brotes ab. Im Völkerschlachtdenkmal findet man heute noch eine Doppelsemmel (zwei Brötchen) die in der Nacht vom 18. zum 19. Oktober 1813 nach einer Legende von einem Leipziger Bäcker für Napoleons Truppen gebacken wurde. So schuf man ein Zwillingsbrot, das Völkerbrot. Um der Echtheit nachzugehen, wurde es mit Kordelschnur und einem Heftchen zusammengebunden. Auf dem Brot ist das Völkerschlachtdenkmal und auf der anderen Seite die Jahreszahl 1813 mit Mehl aufgestäubt. Das Leipziger Völkerbrot gibt es in allen Leipziger Filialen bei der Bäckerei & Konditorei Kleinert, Feinbäckerei Perduß und Bäckerei Hickmann, Bäckerei Renelt, Bäckerei & Konditorei Herzog, Bäckerei Kunze, Bäckerei Kronenback sowie Bäckerei Sommerfeld.

    Grafik: Leipziger Völkerbrot