Die Stadt Leipzig ist Bach- und Messestadt, Ort der Friedlichen Revolution im Herbst 1989. Bekannt durch die Olympiabewerbung 2012 und der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Aber Leipzig trägt auch noch andere Bezeichnungen und ist nicht nur wegen Johann Sebastian Bach oder der Leipziger Messe von Interesse und international bekannt.

Messestadt - Im Jahre 1165 wurde neben dem Stadtrecht vom Meißner Markgrafen Otto der Reiche, Leipzig auch das Marktprivileg überschrieben und gilt als die erste Messestadt. Im 15. Jahrhundert wird sie ein bedeutender Umschlagplatz für Pelze, Metalle, sächsisches Silber und Zinn sowie Seide und Edelsteine. Leipziger Händler übernahmen die Führung im Handel mit dem Königreich Polen. 1497 verlieh Kaiser Maximilian I. das Reichsmesseprivileg. In den 90er Jahren wurde der Grundstein für eine neues Messegelände im Norden der Stadt gelegt und gilt heute als einer der modernsten Messen Europas.

Wendestadt - Am 09. Oktober 1989 demonstrierten über 70.000 Menschen nach den Friedensgebeten in der Nikolaikirche auf dem Innenstadtring für Freiheit und Demokratie, gegen das SED-Regime. Sie riefen mehrmals "Wir sind das Volk, wir sind das Volk". Seit September '89 fanden in Leipzig Demonstrationen steht, der gewaltigste gab es am 06. November bei strömenden Regen. Schließlich fiel am 09. November 1989 die Berliner Mauer und West- und Ostdeutschland waren nach einigen Wochen wieder ein gemeinsames Land.

Musikstadt - Kaum eine andere Stadt wie Leipzig kann auf eine so große Musiktradition zurückblicken. Zwei Musiker, Johann Sebastian Bach, der von 1723 bis 1750 hier als Thomaskantor wirkte und Felix Mendelssohn Bartholdy sind untrennbar für diese Stadt. Das Gewandhausorchester und das Gewandhaus selbst tragen seit über 250 Jahren klassische Musik bei. Der Gewandhauskapellmeister ist der weltbekannte Stardirigent Riccardo Chailly. Sowie der Thomanerchor, vor rund 800 Jahren aus der gottesdienstlichen Kunstausübung am ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift hervorgegangen.

Bachstadt - Johann Sebastian Bach prägte als Thomaskantor und städtischer Musikdirektor von 1723 bis zu seinem Tod 1750 das Musikleben in Leipzig. Hier komponierte er viele seiner bedeutendsten Werke wie Matthäus-Passion, die h-Moll-Messe und die Kunst der Fuge. Wöchentlich gestaltete er gemeinsam mit dem Thomanerchor die Kirchenmusik in der Thomas- und Nikolaikirche. Im Leipziger Bachstraßenviertel wird zur Zeit ein musikalischer Campus aufgebaut und soll die Musik weiter fördern.

Kulturstadt - Leipzig durchstreift eine dickes Auwaldgebiet, Flüsse und Mühlgräben schlängeln sich durch die Stadt. Parkanlagen pur, unendlich viele traumhafte Gründerzeithäuser. Eine Altstadt mit historischen Bauten, zahlreichen Passagen und Sehenswürdigkeiten. Kirchentürme ragen in den Himmel mit dem größten Denkmal Europas und dem höchsten Rathausturm Deutschlands.

Wasserstadt - Im Gründungsjahr lag die Stadt wie heute an der Elster, Pleiße und Parthe. Unzählige Flüsse und Mühlgräben schlängelten sich durch Leipzig. Heute ist nur noch ein kleiner Teil aller Flüsse erhalten, aber trotzdem gibt es Leipzig das Flair wieder. Der Karl-Heine-Kanal erhielt einen Wanderweg, die Weiße Elster wurde gereinigt, die Mühlgräben werden wieder freigelegt und im Süden der Stadt entsteht ein neues Land mit Seen und Kanälen.

Kleingärtnerstadt - Man denkt der Erfinder ist der Arzt Daniel Gottlob Moritz Schreber, jedoch ist er nur der Namensgeber. Alles fing mit einem Schulgarten an, der in Zusammenarbeit mit den Eltern und Schülern entstand. Der Gründer hierfür war ein Schuldirektor namens Ernst Innozenz Hauschild. Den ersten Schrebergarten gab es im Jahre 1895 im Johannapark, einer großen Spielweise, auf der die Kinder spielen konnten. Heinrich Karl Gesell, ein Lehrer, legte Gärten an. Sie waren als Beschäftigung für Kinder gedacht, entwickelte sich jedoch schnell für Eltern und ganze Familien. Es entstanden 1869 bereits über 100 Gärten und 1891 gab es bereits 14 Schrebervereine. Eine historische Kleingartenanlage steht unter dem Namen "Dr. Schreber" und ist denkmalgeschützt.

Kunststadt - Sie bildet mit ihren Hochschulen für Musik und Theater, Grafik und Buchkunst und dem Deutschen Literaturinstitut einen großen Teil des künstlerischen Nachwuchses in Deutschland aus.

Universitätsstadt - Die Universität Leipzig, damals noch Alma Mater Lipsiensis bzw. Karl-Marx-Universität am Augustusplatz wurde im Jahre 1409 eröffnet und ist somit die zweitälteste nach Heidelberg in Deutschland. Die Angehörigen gehörten nach ihrer Herkunft der meißnischen, sächsischen, bayrischen und der polnischen Nation. Um 1415 wurde die medizinische und 1543 die Juristenfakultät gegründet. Im Jahre 1891 wurde die neue Universitätsbibliothek "Bibliotheca Albertina" eingeweiht. Berühmte Studenten waren Johann Wolfgang von Goethe, Erich Kästner, Gottfried Wilhelm Leibniz und Angela Merkel. Seit Sommer 2007 befindet sich die Uni am Augustusplatz im Bau, es entstand ein neues Haupt- und Institutgebäude sowie ein moderner Wiederaufbau der Paulinerkirche, die sich zurzeit immer noch im Bau befindet.

Wissenschaftsstadt - Hier forscht man nach neue Ideen und Gedanken. Bildungs- und Wissenschaftszentren sowie das Max-Planck- und Fraunhofer Institut haben hier ihren Sitz.

Sportstadt - Am 28. Januar 1900 fand im Restaurant "Zum Mariengarten" die Gründung des Deutschen Fußballbundes statt. Rund 86 Vereine aus ganz Deutschland fanden sich am Ersten Allgemeinen Deutschen Fußballtag zusammen, vorbereitet von Theoder Schöffler, Johannes Kirmse und Oskar Büttner. Der VfB Leipzig wurde 1903 erster deutscher Fußballmeister. Außerdem fand 1863 das 3. Allgemeine Deutsche Turnfest, 1913 das 12. Deutsche Turnfest, 1922 das 1. Turn- und Sportfest des Arbeiter-Turn- und Sportbundes und acht Deutsche Turn- und Sportfeste von 1954 bis 1987 sowie 2002 das 31. Deutsche Turnfest statt. Im April 2003 wurde Leipzig ein Kandidat der Olympischen Sommerspiele 2012 und verlor im Mai 2004 das Rennen. Im Juni 2006 fanden hier fünf Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft statt. Leipzig wurde die beste Fußball-WM Stadt 2006. Außerdem hat sie einen Olympiastützpunkt und zwei Sportschulen und eine Sportwissenschaftliche Fakultät.

Medienstadt - Auf dem ehemaligen Schlachthof der Stadt, in der Südvorstadt befindet sich die Media City Leipzig. Auf dem Gelände befinden sich zahlreiche Filmproduktionen und Radiosendungen wie MDR Sputnik, JUMP MDR RADIO und Radio BLAU. Der Hauptmieter ist der MDR, Mitteldeutscher Rundfunk. Aber auch Zeitungsverlage wie die Tageszeitung der Leipziger Volkszeitung und die Wochenzeitungen hallo! Leipzig, Leipziger Amtsblatt, Leipziger Rundschau- und Wochenkurier und Stadtmagazine wie Kreuzer und Blitz unterhalten sich in der Messestadt. Letztlich auch die erste Leipziger Internetzeitung.

Buchstadt - Vom 18. bis 20. Jahrhundert war Leipzig die Hauptstadt der Bücher. Ihre Konkurrentin war Frankfurt am Main. Sie beherbergte im Jahre 1825 den Börsenverein der deutschen Buchhändler und seit 1912 auch die Deutsche Bücherei. Hier saßen die wichtigsten Verlage wie Breitkopf, Brockhaus, Reclam, Seemann, Baedeker und Bibliographisches Institut oder Insel. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Frankfurt die deutsche Buchstadt, selbst nach der Wiedervereinigung Deutschlands ziehte es nicht mehr nach Leipzig. 1991 gelang Leipzig wieder der Durchbruch, mit der Leipziger Buchmesse, dem größten Literaturfestival Europas.

Kneipenstadt - Leipzig hat eine Straße voller Kneipen. Darunter die Karl-Liebknecht-Straße im Süden, auch Drallewatsch genannt und die Gottschedstraße im Westen der Stadt. Alleine zum größten Kneipenfestival Europas, das "Honky Tonk", öffnen 130 Besitzer ihre Kneipen.

Shoppingstadt - Das Stadtzentrum, die Altstadt, die Innenstadt ist der Mittelpunkt des Einkaufsparadies. Kaufhäuser wie KARSTADT und Galeria Kaufhof sind vertreten, hunderte Modeläden wie H&M, C&A, Zara, S.Oliver oder New Yorker sind mit dabei. Ein weiteres Shoppingparadies gibt es im Hauptbahnhof, dem größten Europas, dem Allee-Center im Plattenbaugebiet Grünau und das Paunsdorf Center im Osten der Stadt. Im September 2012 eröffneten die Höfe am Brühl, ein Shoppingcenter im Herzen der Stadt und die Nr.1, wie es der Eigentümer gern beschreibt.