Vom 19. bis 21. Oktober 2012 fand in Liebertwolkwitz wieder eine Darstellung des historischen Lebens der zivilen Bürger und militärischen Einheiten statt. Liebertwolkwitz, seit 1999 ein Stadtteil von Leipzig, ist einer der wichtigsten Orte der Völkerschlacht 1813. Auch hier wurden Soldaten aus ganz Europa einquartiert. Seit 2008 wird mit einem großen Schauspiel an drei Tagen daran erinnert. Rund um den Liebertwolkwitzer Marktplatz öffnen historische Gebäude, Keller und Scheunen ihre Türen. Sie führen ihr Brauchtum und alte Handwerkskunst vor. Leute aus dem Dorf stellen Personen von damals nach, wie der Pferdner Johann Gottfried Liebner, Soldaten verschiedener Nationen marschieren durch die Straßen der Altstadt.

Am Freitagnachmittag, 19. Oktober 2012, wurde auf der Bretterbühne der "199. Jahrestag der Völkerschlacht 1813 bei Leipzig" auf dem Liebertwolkwitzer Markt eröffnet. Bei herrlichem Sonnenschein und Herbstwärme sprach der Bürgermeister, nachdem er seine Augen schloss uns ins Jahr 1813 zurückversetzt wurde, zu seinen Bürgern und Gästen.

       

Im Anschluss fand die Schadensbegehung statt. Dazu ist ein Gerichtsverwalter aus England angereist. Zuvor mussten seine drei Schöffen nachsprechen und einen Eid schwören, dass sie ihn mit bestem Wissen zur Seite stehen. Untersucht wurde das Gebäude vom Bürgermeister und Pferdner Liebner. Johann Gottfried Liebner (Pferdner und Communen-Brauerei-Pächter) versuchte beim Schadensrichter mehr Geld rauszuholen. Das größte Problem war jedoch, dass man bis zu 30 Jahre warten musste, bis man das Geld erhält. Pferdner Liebner erhält das gewünschte Geld jedoch nicht, da das Haus über seine Frau versichert ist. Seine Beschwerde könne er beim Gericht in Goslar einreichen. Am meisten bekam der Bürgermeister natürlich. Auch eine Bauerin beschwerte sich, dass sie kein Geld bekam. Man sagte ihr, man kümmere sich um die Bauern. Nur sie selbst glaubte dem Gerichtsverwalter kein Wort.

       

       

Am späten Nachmittag reiste der sächsische König mit seiner Kutsche aus Grimma an und besuchte Liebertwolkwitz. Für einen kurzen Aufenthalt präsentierte er sich dem Volke am Marktplatz.

       

       

       

Am Wochenende wurde der historische Ortskern von Liebertwolkwitz als "Ein Dorf im Jahre 1813" dargestellt. Gebäude, Scheunen und Keller öffneten ihre Türen, alte Handwerkskunst wurde vorgestellt, Kinder spielten und Soldaten liefen durch die Straßen und der Pfarrer führte Bürger durch das Dorf. Mit dabei waren, unter anderem, das Pferdnergut von Christian Friedrich Schmidt, das Hintersässergut der Christiane Sophie Mauruffin, die Einquartierung der Kavallerie im Gut von Gottfried Müller, das Pferdnergut von Johann Gottfried Günther, das Wohnhaus der Mauruffin, Gemeinde-Spritzenhaus, der Arbeitsstube der heilkundigen Bäuerin, und das Gut vom Pferdner und Communen-Brauerei-Pächter Johann Gottfried Liebner.

       

       

       

       

Am Sonntagabend, des 21. Oktober 2012, fand die Abschlussrede des Bürgermeisters auf der Bretterbühne statt. Ein Großteil der Mitwirkenden fand sich hier zusammen, darunter Pferdner Liebner, der maßgeblich an der Organisation beteiligt war. Der Bürgermeister schloss wieder seine Augen und öffnete sie im Jahr 2012.

       

Man bedenke, dass die Zeit um die Völkerschlacht 1813 grau, nass und nebelig war. Es ließ sich also selten bis gar nicht die Sonne blicken, wie es vom 19. bis 21. Oktober 2012 in Liebertwolkwitz war.

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