Jährlich im Oktober findet in Liebertwolkwitz eine Darstellung des historischen Lebens der zivilen Bürger und militärischen Einheiten statt. Liebertwolkwitz, seit 1999 ein Ortsteil von Leipzig, ist einer der wichtigsten Orte der Völkerschlacht 1813. Auch hier wurden Soldaten aus ganz Europa einquartiert. Seit 2008 wird mit einem großen Schauspiel an drei Tagen daran erinnert. Rund um den Liebertwolkwitzer Marktplatz öffnen historische Gebäude, Keller und Scheunen ihre Türen. Sie führen ihr Brauchtum und alte Handwerkskunst vor. Leute aus dem Dorf stellen Personen von damals nach, wie der Pferdner Johann Gottfried Liebner, Soldaten verschiedener Nationen marschieren durch die Straßen der Altstadt.

Am Freitagnachmittag, 21. Oktober 2011, wurde auf der Bretterbühne der "198. Jahrestag der Völkerschlacht 1813 bei Leipzig" eröffnet. Bei herrlichem Sonnenschein sprach der Bürgermeister zu seinen Bürgern und Gästen.

       

       

Im Anschluss fand die Schadensbegehung statt. Dazu ist ein Gerichtsverwalter aus England angereist. Zuvor mussten seine drei Schöffen nachsprechen und einen Eid schwören, dass sie ihn mit bestem Wissen zur Seite stehen. Untersucht wurde das Gebäude vom Bürgermeister und Pferdner Liebner. Johann Gottfried Liebner (Pferdner und Communen-Brauerei-Pächter) versuchte beim Schadensrichter mehr Geld rauszuholen. Das größte Problem war jedoch, dass man bis zu 30 Jahre warten musste, bis man das Geld erhält. Pferdner Liebner erhält das gewünschte Geld jedoch nicht, da das Haus über seine Frau versichert ist. Seine Beschwerde könne er beim Gericht in Goslar einreichen. Am meisten bekam der Bürgermeister natürlich. Auch eine Bauerin beschwerte sich, dass sie kein Geld bekam. Man sagte ihr, man kümmere sich um die Bauern. Nur sie selbst glaubte dem Gerichtsverwalter kein Wort.

       

       

Am Wochenende wurde der historische Ortskern von Liebertwolkwitz als "Ein Dorf im Jahre 1813" dargestellt. Gebäude, Scheunen und Keller öffneten ihre Türen, alte Handwerkskunst wurde vorgestellt, Kinder spielten und Soldaten liefen durch die Straßen und der Pfarrer führte Bürger durch das Dorf. Mit dabei waren, unter anderem, das Pferdnergut von Christian Friedrich Schmidt, das Hintersässergut der Christiane Sophie Mauruffin, die Einquartierung der Kavallerie im Gut von Gottfried Müller, das Pferdnergut von Johann Gottfried Günther, das Wohnhaus der Mauruffin, Gemeinde-Spritzenhaus, der Arbeitsstube der heilkundigen Bäuerin, und das Gut vom Pferdner und Communen-Brauerei-Pächter Johann Gottfried Liebner.

       

       

       

       

       

       

Morgens am Samstag begann das Antreten des Militärs auf dem Liebertwolkwitzer Marktplatz. Danach marschierten sie entweder zum ihrem Zeltplatz oder auf das Schlachtfeld in Markkleeberg.

       

       

       

       

Gefolgt von einer erneuten Eröffnung auf der Bretterbühne vor dem Rathaus Liebertwolkwitz. Mit dabei waren neben dem Bürgermeister, Schadensrichter mit Schöffen, und die drei verbündeten Monarchen "Zar Alexander von Russland, Kaiser Franz von Österreich und Friedrich Wilhelm III. von Preußen".

       

Am Vormittag fand in der naheliegenden Kirche ein historischer Tauf-Gottesdienst statt. Man versetzte sich in das Jahr 1813 zurück. Getauft wurde Anton Th., ein Enkel vom Bürgermeister. Eingeladen waren Familie, Freunde und Dorfbewohner.

       

Auf der Kuhweide waren die Lützower stationiert. Sie hatten ihre Biwaks aufgeschlagen und während die Männer im Kampf waren, warteten die Frauen auf sie und bereiteten nebenbei die nächste Mahlzeit vor.

       

       

Man bedenke, dass die Zeit um die Völkerschlacht 1813 grau, nass und nebelig war. Es ließ sich also selten bis gar nicht die Sonne blicken, wie es vom 21. bis 23. Oktober 2011 in Liebertwolkwitz war.

zurück zu Gedenktage