Erstmals im Jahre 1278 wurde Luzsene, heute Lützschena, erwähnt und am 01. Januar 1999 zur Stadt Leipzig eingemeindet. Später entstand der Ortsteil Lützschena-Stahmeln. Lützschena ist umgrenzt von der Autobahn A 14 im Norden, Lindenthal und der Parkallee im Osten, dem Auenwald und Schlobachshof im Süden und dem Grenzgraben im Osten. Die umliegenden Ortsteile sind Lindenthal, Stahmeln und Böhlitz-Ehrenberg sowie die Stadt Schkeuditz mit Radefeld.

ARCHITEKTUR
 
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WEISSE ELSTER
 
Die Weiße Elster stammt aus Tschechien im Elstergebirge südöstlich von Áš (Asch), in der Nähe des Dorfes Výhledi und mündet in Schkopau bei Halle in die Saale. Unterwegs nimmt die Weiße Elster rund 40 Bäche und Nebenflüsse auf. Kommend aus Zeitz fließt die Elster durch das südliche Leipzig, dem ehemaligen Industrieviertel Plagwitz, am Schrebergarten vorbei zum nördlichen Auenwald und weiter durch Möckern, Lützschena und Schkeuditz. Die Weiße Elster wurde im südlichen und nördlichen Abschnitt (mit Mündung der Luppe) begradigt.

 
KIRCHE ST. VINCENT
 
Um 1200 wurde die heutige Kirche im romanischen Stile gebaut. Es hat mehrfache Umbauten hinter sich. Dazu konnten vier originale Fenster, darunter auch mit Glasgemälde, erhalten werden. 1494 erfolgte der Bau des Dachreiters mit einer Glocke. Auch eine Sakristei wurde angebaut. 1906 folgte erneut ein Umbau der St. Vincent und erhielt unter anderem einen Kirchturm und die Verschiebung der Sakristei. Sie befindet sich im ehemaligen Ort Hänichen.
 
AUENWALD
 
Der Leipziger Auenwald, auch Stadtwald genannt, wurde erstmals im Jahre 1367 mit dem Kauf der Burgaue erwähnt. Die Fläche des Waldes beträgt 1700 Hektar und zählt somit zu den größten Auenwälder Mitteleuropas. Mit über 600 Jahren, ist eine Eiche, gleichzeitig die dickste Eiche, im Rosental der älteste Baum im Leipziger Auenwald. Der nördliche Auenwald befindet sich zwischen Schkeuditz und Lindenau. In den letzten Jahren wurden Teile des Auenwaldes abgeholzt. Auch entlang von Flüssen wie Luppe und Nahle im Januar 2011.

 

STERNBURG-BRAUEREI
 
Das beliebte Sternburger-Bier ist über 730 Jahre alt. Angefangen hat alles im Jahre 1278 in einer Brauerei. Im Jahre 1822 erhielt Maximilian Speck das Rittergut, vorerst, um dort Schafe zuzüchten. Sein Bier konnte er anfangs jedoch nicht in Leipzig verkaufen und kaufte den Leipziger Burgkeller und erhielt 1823 die Genehmigung für einen Ausschank. 1948 ging es in den VEB über, 1968 zum Getränkekombinat und gehört seit 2006 zur Radeberger Gruppe. Hergestellt wird STERNBURG in der Reudnitzer Brauerei zu Leipzig im Stadtteil Reudnitz.
     
LUPPE
 
In den Jahren 1936 bis 1938 entstand die Luppe, ein Nebenfluss der Weißen Elster, zwischen dem Elsterbecken und Schkeuditz. Das Flussbett entstand zur Zeit, als Teile der Elster begradigt wurden. Die Luppe dient dem Hochwasserschutz und schlängelt sich durch den nördlichen Auenwald. Bei Hochwasser überschwemmt sie ihr eigenes Flussbett und kann schnell zu einem großen Fluss mit starker Strömung werden. So zuletzt im Januar 2011. Seitdem werden entlang der Deiche zur Sicherung Bäume und Sträucher gerodet.

 
SCHLOSSKIRCHE
 
Um das Jahr 1511 entstand die Schlosskirche Lützschena. 1519 folgten die Sakristei, der Westeingang und die Annenglocke. 1823 erfolgte der Umbau des Kircheninneren im klassizistischen Stile. Im Auftrag gegeben von Maximilian Speck von Sternburg. 1855 kam eine neugotische Neugestaltung der Außenhaut nach Plänen des Architekten Oscar Mothes. In den 1970er Jahren wurde endlich die Schlosskirche saniert und 2010 folgte die Sanierung des Dachstuhls.
 
FRIEDHOF
 
Lützschena hat zwei Friedhöfe, ein nicht mehr genutzter Friedhof befindet sich um die Schlosskirche, Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein neuer Friedhof an heutiger Stelle angelegt und der eigentliche zweite Friedhofe befindet sich um die Vincentkirche, die auch Hainkirche genannt wird. Hier steht eine über 300 Jahre alte Linde, deren Höhe 16 Meter und der Durchmesser 12 Meter betragen. Heute ist sie ein Naturdenkmal.

 

SCHLOSS LÜTZSCHENA
 
Das Rittergut Lützschena wurde erstmals im Jahre 1278 erwähnt. Bei einer Zwangsversteigerung 1822 erwarb Maximilian Speck das Gut und gestaltete das Areal um. Das Schloss Lützschena hatte zwei Stockwerke und einen Turm in der Mitte des Daches, gestaltet im Stile des Barock. 1862 wurde das Gebäude abgerissen und durch einen Neubau im englischen, neugotischen Stil ersetzt. Das neue Schloss war nun drei Stockwerke hoch. Jahrzehnte lang gab es in diesem Gebäude eine große Kunstsammlung. 1945 wurde das Gebäude enteignet und 1994 fanden notdürftige Sanierungen statt.
     
SCHLOSSPARK
 
Das Gut Lützschena wurde erstmals 1278 erwähnt und gehörte der Adelsfamilie von Üchtritz. Im Jahre 1822 kaufte Maximilian Speck (von Sternburg) das Rittergut. Im Schlosspark befanden sich mehrere Gebäude, darunter eine Ziegelei, Brauerei und der Obstanbau. Im Jahr 1945 wurde das Gelände mit dem Schloss Lützschena enteignet. Danach verfiel es nach und nach. Fast alle Bauten und Kunstwerke wurden zerstört bis auf den Borghesischen Fechter und die Jungfrauenstatue. 1998 erwarb die Familie von Sternberg die Anlagen zurück.

 
MÜHLE LÜTZSCHENA
 
Die Mühle Lützschena befindet sich an der Weißen Elster im nördlichen Auenwald, in der Nähe des Schlossparks Lützschena. In den Jahren 1934 und 1935 wurde die Elster zwischen Stahmeln und Lützschena zur Wasserregulierung begradigt. Zuvor hatte es bei Hochwassern einen Rückstau gegeben und das Mühlenbauwerk erhielt dadurch eine geringe Wasserkraft. Später gab es Elektroenergie. Die zwei Turbinen haben zusammen eine Leistung von 150 Kilowatt. Die erbrachte Energie konnte die Öffentlichkeit nutzen.
 
BISMARCKTURM
 
Am 01. April 1915 wurde der Bismarckturm nach Entwürfen von Hermann Kunze eingeweiht. Zuvor gründeten im September 1913 Leipziger Bürger den ersten Bismarckverein, sie wollten mit Spendengeldern den Turm erbauen. Am 01. April 1914 fand die Grundsteinlegung statt, das Richtfest wurde am 13. September gefeiert. Vor dem 30,75 Meter hohen Ehrenturm befindet sich ein 150 m² großer Vorplatz und eine Allee aus 100 Krim-Linden. Die schönste Linde davon wurde 1914/1915 gepflanzt und steht seit 1973 unter Naturdenkmalschutz.

 

GÜTERVERKEHRS-ZENTRUM
 
Im Jahr 1995 eröffnete im Norden der Stadt, südlich der Autobahn A 14 ein 600 Hektar großes Areal und das heute über 100 Unternehmen nutzen: Das Güterverkehrszentrum Leipzig. Hier sind auch das Leipziger Postfrachtzentrum und PORSCHE Werk Leipzig zuhause. Nördlich der Bahnlinie Leipzig-Schkeuditz befindet sich ein Umschlagbahnhof, der bis 2001 gebaut wurde. Hier findet die Umladung von Containern zwischen Schiene und Straße statt.
     
PORSCHE-ZENTRUM
 
Im Februar 2000 begannen die Arbeiten für den Bau eines Porsche-Werkes in Leipzig, das am 20. August 2002 eingeweiht werden konnte. Auf dem 200 Hektar großem Gelände stehen Produktionshallen, ein Kundenzentrum sowie Einfahr-, Prüf- und eine Geländestrecke. Im Oktober 2011 erfolgte der Bau von zwei neuen Produktionshallen. Neben Leipzig waren noch 16 Städte nominiert, in dem Porsche sein neues Werk plante. Hier werden produziert der Porsche Cayenne, ein Sport Utility, Porsche Panamera und der Porsche Macan ab 2013.