Am 01. April 1925 wurde die Kaserne Möckern zur Stadt Leipzig eingemeindet. Der Ortsteil Möckern ist umgrenzt von der Nördlichen Rietzschke im Norden, der Olbrichtstraße, Fritz-Reuter-Straße und Leipzig-Leutzsch-Bahnlinie im Osten, dem Heuweg im Süden und einer Güterbahnlinie mit Viadukt und südlich der Bamaschkestraße im Norden. Die umliegenden Ortsteile sind Lindenthal, Wiederitzsch, Gohlis-Nord, Gohlis-Mitte, Gohlis-Süd, Zentrum-Nordwest, Leutzsch und Wahren.

ARCHITEKTUR
 
Möckern bietet eine Vielzahl an historischer Gründerzeitarchitektur. Sei es durch die Georg-Schumann-Straße oder den Seitenstraße, entlang des Auenwaldes und der Weißen Elster. Aber auch Bauernhäuser, Gebäude aus dem 15. und 16. Jahrhundert finden sich in Möckern wieder. Nicht zuletzt Europas längste Kaserne und das Kulturzentrum "Anker".
 
AUENWALD
 
Der Leipziger Auenwald, auch Stadtwald genannt, wurde erstmals im Jahre 1367 mit dem Kauf der Burgaue erwähnt. Die Fläche des Waldes beträgt 1700 Hektar und zählt somit zu den größten Auenwälder Mitteleuropas. Mit über 600 Jahren, ist eine Eiche, gleichzeitig die dickste Eiche, im Rosental der älteste Baum im Leipziger Auenwald. Der nördliche Auenwald befindet sich zwischen Lützschena und dem Rosental.

 
AUFERSTEHUNGSKIRCHE
 
In den Jahren 1900 bis 1901 entstand nach Entwürfen vom Architekten Paul Lange eine Notkirche an der Halleschen Straße, heute Georg-Schumann-Straße. Am 10. November 1901 wurde die Auferstehungskirche eingeweiht, welche 1921 ihren Namen erhielt. Grund für die Notkirche waren das fehlende Geld, deshalb entschied man sich für einen Kirchenbau mit einfachen Mitteln. Die Auferstehungskirche hat eine Länge von 18 Metern und eine Breite von 13 Metern und bietet 602 Plätze. Im August 1901 folgte die Einweihung einer Orgel.
 
WEIßE ELSTER
 
Die Weiße Elster stammt aus Tschechien im Elstergebirge südöstlich von Áš (Asch), in der Nähe des Dorfes Výhledi und mündet in Schkopau bei Halle in die Saale. Unterwegs nimmt die Weiße Elster rund 40 Bäche und Nebenflüsse auf. Kommend aus Zeitz fließt die Elster durch das südliche Leipzig, den ehemaligen Industrievierteln Schleußig und Plagwitz, am Schrebergarten vorbei zum nördlichen Auenwald und weiter durch Möckern und Wahren. Die W.Elster wurde im südlichen und nördlichen Abschnitt (mit Mündung der Luppe) begradigt.
 
STRASSENBAHNMUSEUM
 
Am 17. Mai 1998 eröffnete im Straßenbahnhof Möckern der "Historische Straßenbahnhof Leipzig-Möckern". Hier befinden sich eine Vielzahl historischer Straßenbahnen, beginnend von 1872 bis 1983. So unter anderem der Leipziger Klassiker "Mitteleinstiegswagen", die Bahnen mit offener Plattform, die Gotha- und Lowa-Wagen und beliebten Tatrawagen. Auch Taxen, ein O-Bus und ein Pferdewagen sind im Museum vorhanden. Auf Grund von Platzmangel können nicht alle historischen Fahrzeuge ausgestellt werden.
 
KLEINGÄRTEN
 
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GENERAL-OLBRICHT-KASERNE
 
In den Jahren 1895 bis 1897 entstand eine Kaserne des Infanterieregiments 107. An der Olbrichtstraße Ecke Max-Liebermann-Straße die Prinz-Johann-Georg-Kaserne, Olbrichtstraße Ecke Landsberger Straße die König-Albert-Kaserne (Ulanenregiments 18), Olbrichtstraße Ecke Max-Liebermann-Straße das Divisionsgericht mit Militärgefängnis und südlich davon die Garnisonsverwaltung und das Proviantamt. Dazu kommt die Kaserne des Trainbataillons 19.
 
LUPPE
 
In den Jahren 1936 bis 1938 entstand die Luppe, ein Nebenfluss der Weißen Elster, zwischen dem Elsterbecken und Schkeuditz. Das Flussbett entstand zur Zeit, als Teile der Elster begradigt wurden. Die Luppe dient dem Hochwasserschutz und schlängelt sich durch den nördlichen Auenwald. Bei Hochwasser überschwemmt sie ihr eigenes Flussbett und kann schnell zu einem großen Fluss mit starker Strömung werden. So zuletzt im Januar 2011. Seitdem werden entlang der Deiche zur Sicherung Bäume und Sträucher gerodet.
 
KULTURZENTRUM "ANKER"
 
Nach Entwürfen von Carl August Wehse wurde im Jahre 1873 das Veranstaltungslokal "Zum goldenen Anker" als Konzert- und Ballhaus gebaut. Daneben entstand in den 1940er Jahren ein Gebäude, welches erst einstöckig war und in den 1960er Jahren ein zweites Stockwerk mit Dachgeschoss erhielt. 1959-1991 wurde es als Jugendclubhaus der Stadt Leipzig genutzt. 1991 übergab sie einem gemeinnützigen Verein das Gebäude. Im Kulturzentrum spielten schon Bands wie Silly, Söhne Mannheims, Ich+Ich und Renft.
     
GEORG-SCHUMANN-STRASSE
 
Seit 1945 trägt eine Straße, welche nach Halle führt, den Namen von Georg Schumann, ein deutscher Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Diese Straße beginnt am Chausseehaus und endet in Lützschena. Dieses Teilstück in Möckern sieht wenig einladend aus. Nach der Fertigstellung der neuen B6 soll auch dieses Straßenstück ausgebaut werden. Die Straßenbahn erhält dabei einen eigenen Bahnkörper. Der Straßenzug soll bis 2016 vier Stadtplätze erhalten und stückweise in Zukunft ausgebaut werden.
 
GEORG-SCHUMANN-KASERNE
 
In den Jahren 1875 bis 1877 entstand nach Entwürfen von Otto Streib, Jochaim Streib und Bernhard Leuthier sowie der Militär-Baudirektion Sachsen eine Kaserne in der Nähe der Halleschen Straße, heute Georg-Schumann-Straße. 1897 bis 1925 unterstand sich nicht der Gemeinde Möckern und der Stadt Leipzig. 1877-1914 wurde das 7. Königlich-Sächsische Infanterie-Regiment "Prinz Georg" Nr. 106 stationiert. Am 07. Oktober 1964 erhielt sie ihren heutigen Namen. 1956-1990 Nutzung durch die NVA und 1990-1991 von der Bundeswehr.