Erstmals im Jahre 1335 wurde Selderoysen erwähnt, seit 1700 Sellerhausen. Am 01. Januar 1890 wurde Sellerhausen zur Stadt Leipzig eingemeindet. Der Ortsteil Sellerhausen ist umgrenzt von der Torgauer Straße im Norden, der Leipzig-Anger-Crottendorf-Bahnlinie, Permoserstraße, Schwedenstraße und Leipzig-Holzhausen-Bahnlinie im Osten, südlich der Geithainer Straße, Goetheweg, Volkshain Stünz und Östlichen Rietzschke im Süden und Leipzig-Anger-Crottendorf-Bahnlinie im Westen. Die umliegenden Ortsteile sind Schönefeld-Ost, Heiterblick, Paunsdorf, Mölkau, Anger-Crottendorf und Volkmarsdorf. 1992 wurde der Stadtteil Sellerhausen zum Ortsteil Sellerhausen-Stünz.

ARCHITEKTUR
 
Der Stadtteil Sellerhausen-Stünz bietet eine Vielzahl von Gründerzeithäusern an. auch aus der Zeit der Dorfgründung, an. Entlang von Wurzner Straße und Engelmannstraße, aber auch Fachwerkhäuser an der Emmausstraße.
 
VOLKSHAIN STÜNZ
 
Zwischen 1896 und 1897 entstand der Volkspark Stünz nach Entwürfen vom Gartenbaudirektor Otto Karl Wittenberg. Der 110.000 m² große Landschaftspark wurde später in zwei hälften geteilt, so erhielt die eine einen Teich. Es entstanden große Wiesen, ein Aussichtsplatz mit Blick nach Mölkau, und Alleen. Fast 400 Einzelbäume und 261 Alleebäume wurden gepflanzt. Seit 1992 befindet sich der Volkshain Stünz im Ortsteil Anger-Crottendorf. Entlang der dortigen Bahnlinie ist es geplant, den Mittleren Ring, eine vierspurige Autobahn, zubauen.

 
EMMAUSKIRCHE
 
In den Jahren 1898 bis 1900 wurde nach Entwürfen von Paul Lange die Emmauskirche gebaut. Die Kirche hat einen 66 Meter hohen Kirchturm. Bis 1917 hingen hier drei Bronzeglocken. Sie wurde als Ziegelbau im Stil des Historismus errichtet. 1971-1981 fand ein Umbau der Emmauskirche zum Gemeindezentrum statt. 1993-1998 und darüber hinaus wurde sie saniert.
 
RIETZSCHKE
 
Die östliche Rietzschke entspringt in Zuckelhausen und fließt durch Holzhausen, Zweinaudorf, Mölkau, Stünz und mündet in Sellerhausen in die Kanalisation. Damals floss sie bis Ende des 19. Jahrhunderts weiter über Neu-Schönefeld und mündete in die Parthe. In den letzten Jahrhunderten fand in den Rietzschkeauen ein Gemüseanbau statt, welcher bis 1980 noch betrieben wurde. Im Leipziger Norden fließt neben der östlichen die nördliche Ritzschke.
 
WURZNER STRASSE
 
Die Wurzner Straße ist die Hauptstraße in Sellerhausen und wird neben den Autoverkehr auch von Straßenbahn und Bus genutzt. Kommend aus Volkmarsdorf unterquert sie ein Viadukt, wird seitlich von Gründerzeithäusern begleitet und unterquert weitere Eisenbahnbrücken, welche vom Regional- und Güterverkehr genutzt wird. An der Haltestelle Emmausstraße halten die Linien 7, 8 und 77. Die Buslinie 77 bringt die Fahrgäste bis nach Stünz.
 
KLEINGÄRTEN
 
In Sellerhausen gibt es folgende Kleingärten: Sellerhausen, Freundschaft, Ostecke, RB Paunsdof, RB Engelsdorf, Grenzland, Leipzig-Stünz, Stünzer Hain, Sommerwird, Stünzer Höhe, Stünz, Rietzschkeaue.
 
VIADUKT
 
Im Jahre 1875 wird für die Verbindung zwischen Dresdner Bahnhof und Bayerischen Bahnhof in Sellerhausen ein Eisenbahnviadukt gebaut. Es befindet sich an der Wurzner Straße und wird von einem Sportplatz, Kleingärten und Wohnbauten begleitet. Nördlich des Viadukts befindet sich die S-Bahn-Station "Sellerhausen", welche mit Inbetriebnahme des CityTunnels 2013 nicht mehr bedient werden soll.
 
EISENBAHNKREUZ
 
In Sellerhausen kreuzen sich zwei Eisenbahnstrecken, zwei weitere zweigen nach Osten, vorbei am Güterbahnhof Engelsdorf, ab. Diese Strecken werden von der S-Bahn, Regionalbahn- und Express und dem Güterverkehr bedient.
 
WISSENSCHAFTSPARK LEIPZIG
 
Bereits vor 100 Jahren entstand an der Permoserstraße ein Forschungsstandort. Die "Hugo Schneider AG", auch als Hasag bekannt, setzte im Zweiten Weltkrieg tausende Zwangsarbeiter zur Produktion von Kriegsmaterial ein. 1952 begann der Aufbau eines Forschungszentrums und die Gründung von naturwissenschaftlich-technischen Instituten. 1990 wurden die Institute und Einrichtungen aufgelöst. 1991 begann die Gründung von neuen Einrichtungen und die Ansiedlung von Unternehmen.