Vermutlich im 7. Jahrhundert wurde Konowiza angelegt. Am 01. Januar 1891 wurde Connewitz zur Stadt Leipzig eingemeindet. Der Ortsteil Connewitz ist umgrenzt vom Schleußiger Weg, Bundesstraße 2 und Richard-Lehmann-Straße im Norden, der Leipzig-Connewitz-Markkleeberg-Bahnlinie und Koburger Straße im Osten, dem Auenwald und Brückenstraße im Süden und der Weißen Elster und Elsterflutbett im Westen. Die umliegenden Ortsteile sind Südvorstadt, Zentrum-Südost, Marienbrunn, Lößnig, Dölitz-Dösen, die Stadt Markkleeberg, Großzschocher, Kleinzschocher und Schleußig.

ARCHITEKTUR
 
Auch in Connewitz gibt es eine Vielzahl an Gründerzeithäusern. Sei es entlang der beliebten Karl-Liebknecht-Straße, der Kochstraße oder August-Bebel-Straße mit ihren prächtigen Gebäuden und der Alleeförmigen Straße. Aber auch moderne Ein- und Mehrfamilienhäuser finden sich im südlichen Stadtteil.
 
PLEIßE
 
Südwestlich von Zwickau in Lichtentanne im Albodsbrunnen entspringt die Pleiße und floss mit 115 Kilometern Länge. Durch den Braunkohleabbau im Leipziger Süden wurde die Pleiße begradigt und auf 90 Kilometer eingekürzt. Kommend von Markkleeberg fließt sie weiter durch den südlichen Auenwald von Leipzig, kreuzt die Mühlpleiße und den Floßgraben, vorbei am Wildpark und den Hakenteich, unterquert den Probsteisteg und mündet am Connewitzer Wehr in das Pleißeflutbett und später in das Elsterflutbett.

 
KARL-LIEBKNECHT-STRAßE
 
Die Karl-Liebknecht-Straße befindet sich zwischen Riemannstraße und Selneckerstraße/Bornaische Straße und verläuft durch die Südvorstadt und Connewitz. Bis zur Richard-Lehmann-Straße befindet sich fast in jedem Haus ein Café, Bar, Restaurant oder Kneipe. Im Umfeld der Haltestelle Connewitz, Kreuz befindet sich das Kulturhaus Werk II und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur. Zur Aufteilung in die Wolfganz-Heinze-Straße und Bornaische Straße befindet sich das "Connewitzer Kreuz" mit mittelalterlichem Hintergrund.
 
AUENWALD
 
Der Leipziger Auenwald, auch Stadtwald genannt, wurde erstmals im Jahre 1367 mit dem Kauf der Burgaue erwähnt. Die Fläche des Waldes beträgt 1700 Hektar und zählt somit zu den größten Auenwälder Mitteleuropas. Mit über 600 Jahren, ist eine Eiche, gleichzeitig die dickste Eiche, im Rosental der älteste Baum im Leipziger Auenwald. Der südliche Auenwald befindet sich zwischen Lindenau und dem Gut Lauer, durchstreift von Flüssen. Durch den Braunkohleabbau im Süden der Stadt wurden nicht nur Teile des Auenwaldes, sondern auch Dörfer zerstört.
 
PAUL-GERHARDT-KIRCHE
 
In den Jahren 1898 bis 1900 entstand nach Entwürfen von Julius Zeißig eine neue Kirche in Connewitz, nachdem die alte Kirche in der Prinz-Eugen-Straße zu klein wurde. Am 01. April 1900 fand die Einweihung der Paul-Gerhardt-Kirche, welche am 24. Oktober 1934 ihren Namen erhielt, statt. Sie wurden auf dem Connewitzer Friedhof errichtet, welcher seit 1882 nicht mehr genutzt wurde. Das Kirchenschiff ist 25 Meter lang und 17 Meter breit, bietet den Bürgern über 650 Plätze. Der Kirchturm der Paul-Gerhardt-Kirche misst 60 Meter.
 
ELSTERFLUTBETT
 
Das Elsterflutbett wurde zum Hochwasserschutz auf einer Länge von 3,6 Kilometern angelegt. Es zweigt östlich vom Teilungswehr Großzschocher ab, wo sich an selber Stelle das Elsterhochflutbett befindet, welches zu Hochwasser geflutet wird, fließt sie durch den südlichen Auenwald, nimmt an zwei Siels die Paußnitz mit, unterm Schleußiger Weg hindurch zum Palmengartenwehr und mündet dort ins Elsterbecken. Das Elsterflutbett entlastet die westlich fließende Weiße Elster und dient besonders für Wassersportler als Trainingsstrecke.
 
KULTURFABRIK WERK II
 
Die Gasmesserfabrik wurde im Jahre 1848 für den Franzosen Ed. Siry gebaut. 1886 folgte der Bau der Halle A, einer dreischiffigen Königshalle. 1888 wurde das Unternehmen von der Firma "Schirmer, Richter & Co." übernommen. 1952 erfolgte die Übernahme zum Betriebsteil "VEB Werkstoffprüfmaschinen Leipzig". Dadurch erhielt die Fabrik den Namen "WERK II". 1992, nach dem Ende als Produktionsstätte, wurde eine Kulturfabrik gegründet. Es siedelten sich Vereine und Projekte an, Veranstaltungen finden statt und vieles mehr.
 
KLEINGÄRTEN
 
In Connewitz befinden sich viele Kleingartenanlagen, so Erholung, Waldidylle und Reichsbahn Connewitz.
 
BONIFATIUSKIRCHE
 
In den Jahren 1929 bis 1930 wurde nach Entwürfen von Theo Burlage die Bonifatiuskirche gebaut, welche am 19. Januar 1930 durch den Bischof Christian Schreiber eingeweiht wurde. Das Bauwerk ist eine Rundkirche im Stil des Art Déco und steht in der Nähe des Krankenhauses St. Elisabeth. In Auftrag wurde sie vom "Katholischen Kaufmännischen Verein" gegeben, der sich überlegte, wie sie an ihre 1500 Toten gedenken können. Im Innenraum hat sie eine vergoldete Kuppel. In den 1990er Jahre und 2004/2005 wurde die Kirche saniert.
     
PLEIßEMÜHLGRABEN
 
Der Pleißemühlgraben wurde um 930 nach Christi angelegt, ganze 235 Jahre vor der Stadtgründung. Er entspringt westlich am Connewitzer Wehr und endete im Jahre 1287 und mündet im nördlichen Auenwald in die Weiße Elster. Sie wurde zum Antrieb von Mühlen angelegt. Auf Grund von Gestank in den 1950er Jahren wurde sie teilweise verrohrt und trockengelegt. In Connewitz fließt sie noch bis zum Wehranlage in der Nähe zum Schleußiger Weg offen und ist umgeben von Kleingärten und dem südlichen Auenwald mit Ausblick zum Fockeberg.

 
PANOMETER
 
Unter Leitung vom Stadtbaudirektor Hugo Licht wurde im Jahre 1909 das Gasometer, ein kreisrunder Ziegelbau, errichtet. Er war einer von zwei weiteren Gebäuden auf dem Gelände der Stadtwerke Leipzig gegenüber dem Schlachthof. Er hat einen Durchmesser von 57 Metern und eine Höhe von 50 Metern. Einer davon wurde gesprengt. Bis 1977 wurde im Gaswerk II Brennstoff hergestellt und dort gespeichert. Später fand die Einstellung in den Gasometern statt. 2002 begann die Sanierung des Baus und 2003 eröffnete das "Panometer Leipzig".
     
WILDPARK
 
Im Jahre 1906 wurde der Leipziger Wildpark im südlichen Auenwald eröffnet. Er befindet sich in den Waldstücken Heidaer Wiesen, Am Haken, Am Wolfswinkel und Horst. Alles begann 1904, als der Mühlenbesitzer Jakob der Stadt Leipzig vier Stück Damwild schenkte, dazu wurde im Stempel ein Park angelegt. Bis 1906 erhielt er bereits eine Menge Besucher. Auf Grund von Überschwemmungen im Auenwald, stellte man den Antrag, den Wildpark zu verlegen, mit Erfolg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gehege geöffnet und 1972 wiedereröffnet.

 
BOOTSHAUS AM WILDPARK
 
Im Jahre 1921 eröffnete das "Bootshaus Aegir" an der Pleiße im südlichen Auenwald. Es war ein beliebter Ausflugspunkt, wie viele andere Lokale im Auenwald auch. Im Juli 2009 eröffnete ein neues Bootshaus mit Verleih an der Pleiße. Ausleihen kann man Ruderboote, Kajaks und Kanuten. Auch ein echter Spreewaldkahn hat bereits am Bootshaus angedockt und lädt zu Rundfahrten ein. Nach dem Bootshaus Leipziger Eck ist es das zweite, welches an der Pleiße steht.
     
FLOßGRABEN
 
Der Elsterfloßgraben wurde im 16. Jahrhundert zum Transport von Holz angelegt. Er zweigte östlich in Weißenfels von der Weißen Elster ab und mündete in Leipzig in die Pleiße. Mitte des 16. Jahrhunderts nutze Leipzig über die Pleiße die Flößerei, als die Wälder gerodet waren, wurde sie an den Elsterfloßgraben angeschlossen. 1610 erfolgte die erste Flößung. Man baute einen Abzweig, teils künstlich, teils mit bestehenden Flussbetten. 1958 wurde der Verlauf des Floßgrabens unterbrochen und soll bis 2013 teilweise wieder auferstehen.

 
EISKELLER / CONNE ISLAND
 
Ende des 19. Jahrhunderts wurde am Auenwald ein Ausflugslokal unter dem Namen "Eiskeller" eröffnet. Genutzt wurde es in den 1930er Jahren als Hitler-Jugend-Heim und nach 1945 als FDJ-Jugendclub "Erich Zeigner". Danach fand sich ein Jugend-Kulturzentrum namens "Conne Island" ein. Hier finden Konzert- und Diskoveranstaltungen alternativer Musik statt. Dazu kommt ein Café und weitere Angebote. Im Gelände befindet sich außerdem ein großer Skaterpark.
     
HAKENTEICH
 
Im südlichen Auenwald, im Wildpark, befindet sich der Hakenteich.

 
SCHLEUSE CONNEWITZ
 
Im August 2009 begannen die Arbeiten zum Bau einer Schleuse am Connewitzer Wehr. Sie dient zur Höhenüberwindung des Pleißeflutbetts zur Pleiße. Ab April 2011 kann man dann problemlos über die Pleiße und Floßgraben den Cospudener See ansteuern. Der östliche Teil der Wehranlage blieb erhalten, westlich wurde ein Schleusenbecken errichtet. Auch hier können Boote und Fahrgastschiffe an- und ablegen. Bereits im August 2010 zum 10. Leipziger Wasserfest sollte die "Schleuse Connewitz" eingeweiht werden, doch Bauverzögerungen unterbrachen dies.
     
MÜHLPLEIßE
 
In den Jahren 1200 und 1250 wurde die Mühlpleiße zum Antrieb der Mühlen in Dölitz, Lößnig und Connewitz angelegt. 1890 wurde die Lößniger Mühle abgerissen, die Connewitzer Mühle wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und die Dölitzer Mühle war bis 1967 noch in Betrieb und blieb als einzige Mühle erhalten. Seit 2006 befindet sich an der Mühlpleiße eine Wasserkraftanlage. Der künstliche Graben entspringt nördlich von Markkleeberg und fließt durch den agra-park, vorbei an der Dölitzer Mühle und dem Eiskeller und mündet in die Pleiße.

 
ST. ELISABETH KRANKENHAUS
 
Unter der Trägerschaft des Katholischen Kirchenlehens St. Trinitatis Leipzig wurde im Oktober 1931 das Krankenhaus St. Elisabeth in der Biedermannstraße eröffnet. Ihren Namen erhielt sie durch den 700. Todestag der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Bis 1974 wurde das Krankenhaus von den Grauen Schwestern der heiligen Elisabeth geführt. Diese Tradition der Krankenpflegenden Ordensgemeinschaft wird fortgesetzt.
     
BOTANISCHER LEHRGARTEN
 
Im Jahre 1892 wurde der "Botanische Zentralschulgarten" auf Initiative des Leipziger Lehrervereins gegründet. Er belieferte die Schulen mit Pflanzen für den Unterricht und diente als Vorlage für Zeichnungen und Modellierungen. 1933 bis 1945 wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Botanischen Schulgarten und Schulen verboten und die finanziellen Mittel stark gekürzt. 1946 begann der Wiederaufbau und die Umgestaltung, Ausweitung auf den Garten des Freibades, des Gelände zum Botanischen Lehrgarten für die Schulen und Bevölkerung.

 
HTWK LEIPZIG
 
Die "Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur" befindet sich im Umfeld der Karl-Liebknecht-Straße in Connewitz. Herausgegangen ist sie 1992 aus der Technischen Hochschule Leipzig, Fachschule für Bibliothekare und Buchhändler Leipzig, Fachschule für wissenschaftliches Bibliothekswesen und dem Institut für Museologie. Die Hochschul-Geschichte reicht bis ins Jahre 1764 zurück, als Adam Friedrich Oeser die Zeichnungs-, Mahlerey- und Architektur-Academie gründete. Die HTWK Leipzig hat 6800 eingeschriebene Stundenten.