Im Jahre 1174 wurde erstmals Hagen, heute Knauthain, erwähnt und am 01. April 1936 zur Stadt Leipzig eingemeindet. Es gehört mit Knautkleeberg und Knautnaundorf zu den Knautdörfern. 2001 entstand der neue Ortsteil Knautkleeberg-Knauthain. Der Stadtteil Knauthain ist umgrenzt von der Weißen Elster und dem Lauerschen Weg im Norden, dem Elsterhochflutbett im Osten, der Weißen Elster im Süden und Felder sowie östlich von Rehbach im Westen. Die umliegenden Ortsteile sind Großzschocher, Hartmannsdorf, Knautnaundorf und Rehbach sowie die Städte Markranstädt, Markkleeberg und Zwenkau.

ARCHITEKTUR
 
In Knauthain gibt es eine Reihe von Gründerzeithäusern, aber auch vielen modernen Einfamilienhäuser entlang der Dieskaustraße und Seumestraße.
 
WEIßE ELSTER
 
Die Weiße Elster stammt aus Tschechien im Elstergebirge südöstlich von Áš (Asch), in der Nähe des Dorfes Výhledi und mündet in Schkopau bei Halle in die Saale. Unterwegs nimmt die Weiße Elster rund 40 Bäche und Nebenflüsse auf. Kommend aus Zeitz fließt die Elster durch Knauthain und Großzschocher zu den ehemaligen Industrievierteln Schleußig und Plagwitz, am Schrebergarten zum nördlichen Auenwald und weiter nach Wahren. Die Weiße Elster wurde im südlichen und nördlichen Abschnitt begradigt.

 
HOFFNUNGSKIRCHE
 
Im Jahre 1846 wurde die Hoffnungskirche eingeweiht, die ihren Namen erst 1955 bekam. An ihrer Stelle stand seit 1125 ein Gotteshaus. Das achteckige Kirchengebäude brannte am 20. Februar 1944 bei einem Bombenangriff ab. Die Glocke aus dem Jahre 1125 zerschmolz, nur wenige Teile konnten gerettet werden. Im Oktober 1951 begann der Wiederaufbau der Hoffnungskirche in Knauthain und konnte schon ein Jahr später wieder zu Gottesdienste einladen. Zwischen 1971 und 2009 fanden mehrere Sanierungen statt.
 
AUENWALD
 
Der Leipziger Auenwald, auch Stadtwald genannt, wurde erstmals im Jahre 1367 mit dem Kauf der Burgaue erwähnt. Die Fläche des Waldes beträgt 1700 Hektar und zählt somit zu den größten Auenwälder Mitteleuropas. Mit über 600 Jahren, ist eine Eiche, gleichzeitig die dickste Eiche, im Rosental der älteste Baum im Leipziger Auenwald. Der südliche Auenwald befindet sich zwischen Lindenau und dem Gut Lauer. Durch den Braunkohleabbau im Süden der Stadt wurden nicht nur Teile des Auenwaldes, sondern auch Dörfer zerstört.

 

SCHLOSS KNAUTHAIN
 
In den Jahren 1698 und 1704 wurde das Schloss Knauthain nach Entwürfen von David Schatz gebaut. Bauherr war Karl-Hildebrand von Dieskau und ließ es im französischen klassizistischen Stile gestalten. 1753 wurde das Schloss an die Familie von Hohenthal verkauft. Auch in den Folgejahren wechselten die Eigentümer. 1868 wurde der umliegende Park im englischen Stile umgebaut. 1936 wurde die Stadt Leipzig Eigentümer und ließ es zur Schule umbauen. Seit 2003 wieder in privater Hand und bis 2008 erfolgte die Sanierung des Gebäudes.
     
ELSTERSTAUSEE
 
Zwischen 1933 und 1935 wurde der Elsterstausee angelegt, welcher heute westlich vom Cospudener See liegt. Auf einer Fläche von 100 Hektar hat er eine Wassertiefe von 1,50 Meter bis 3,50 Meter. 1976 bis 1982 wurde der Stausee verkleinert und 1998 der Damm saniert. Bis 2009 existierte das Erholungsgebiet aus Baden, Angeln und Paddeln, doch danach trocknete er aus. Die Rettungs-versuche scheiterten bisher alle. Bis 2015 sollen Schafe die Fläche frei halten.

 

TURMWINDMÜHLE
 
Im Jahre 1878 wurde die Turmwindmühle gebaut und war bis 1992 als Lieferer für Futterschrot- und -gemische in Betrieb. Danach wurde sie zum technischen Denkmal erklärt.
     
GUT KNAUTHAIN
 
Im Jahr 1949 wurden die ehemaligen Stadtgüter Knauthain und Lauer, mit 400 Hektar Fläche, zum "Volkseigenen Gut Knauthain" gefasst. Zehn Jahre später wurden auf einer Fläche von 12 Hektar Hopfen angebaut und Schafe, Pferde und Rinder gezüchtet. 1992 wurde die Stadt Leipzig wieder Eigentümer des Stadtgutes. Zwischen 1996 und 1997 wurden die Anlagen rekonstruiert und saniert. Es war sogar ein Projekt der EXPO 2000. Seit 2003 in privater Hand.

 

HERRENHAUS KNAUTHAIN
 
Im Gut Knauthain steht ein Herrenhaus.
     
FORTUNABAND
 
Seit 1890 wurden in drei großen Teichen Auelehm zur Ziegelherstellung abgebaut. Zwischen den Jahren 1920 und 1950 wurden die insgesamt 2,5 Hektar großen und 1,50 Meter tiefen Teiche als Freibad genutzt. Danach verfiel das Fortunaband und es wurde zurückgebaut. Angler finden hier Aale, Barsch, Blei, Hecht, Giebel, Karpfen, Plötze, Karausche, Rotfeder, Schleise, Zander und Welse. Der Anglerverband Leipzig e.V. pflegt seit mehreren Jahren die Teiche.

 

DIESKAUSTRASSE
 
Vermutlich im 13. Jahrhundert entstand die heutige Dieskaustraße, welche ihren Namen der Familie von Dieskau verdankt. Anfangs noch Plagwitzer Straße, ab 1879 Lindenau-Knauthainer-Straße. Im Jahre 1891 wurde die Straße von 17 auf 21 Metern verbreitert und befindet sich zwischen der Antonienstraße und Knautnaundorfer Straße. Nach 1896 erfolgte der Anschluss an das Leipziger Straßenbahnnetz. Am Bahnhof Knauthain hat sie ihre Wendeschleife. Seitlich der Dieskaustraße stehen mehrere Gründerzeithäuser, aber auch große Baulücken.
     
FRIEDHOF KNAUTHAIN
 
In Knauthain befindet sich ein Friedhof.

 

BAHNHOF KNAUTHAIN
 
Im Jahre 1873 eröffnete der Bahnhof Knauthain, ein Jahr zuvor wurde die Eisenbahnlinie zwischen Plagwitz und Zeitz gebaut. Heute hat das Bahnhofsgebäude seine Funktion verloren, auch wenn hier stündlich die Regionalbahn hält. Das Bahnhofsvorfeld wurde bis Mai 2010 neugestaltet und besser in Szene gesetzt. Es ist geplant, hier einen Mobilitätsservice mit Gastronomie und kulturellen Angeboten zu eröffnen.
     
 
 
 
MÜHLE SEUMESTRAßE
 
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