Um 1200 entstand Knautnaundorf und wurde zum 01. März 1994 in die Gemeinde Kulkwitz eingemeindet, bis diese im Dezember 1998 aufgelöst wurde. Am 01. Januar 1999 erfolgte die Eingemeindung zur Stadt Leipzig. 2001 wurde er zum neuen Ortsteil Hartmannsdorf-Knautnaundorf gebildet. Es gehört mit Knautkleeberg und Knauthain zu den Knautdörfern. Der Stadtteil Knautnaundorf ist umgrenzt nördlich der Autobahn A 38 und Weißen Elster im Norden, mittig des Zwenkauer Sees im Osten, am Westufer des Zwenkauer Sees im Süden und Feldern im Westen. Die umliegenden Ortsteile sind Rehbach und Knautkleeberg-Knauthain und die Städte Markranstädt und Zwenkau.

ARCHITEKTUR
 
Viel historische Substanz findet sich leider nicht mehr in Knautnaundorf. Dafür aber einige moderne Einfamilienhäuser.
 
WEIßE ELSTER
 
Die Weiße Elster stammt aus Tschechien im Elstergebirge südöstlich von Áš (Asch), in der Nähe des Dorfes Výhledi und mündet in Schkopau bei Halle in die Saale. Unterwegs nimmt die Weiße Elster rund 40 Bäche und Nebenflüsse auf. Kommend aus Zeitz fließt die Elster durch Knautnaundorf und Knauthain zu den ehemaligen Industrievierteln Schleußig und Plagwitz, am Schrebergarten vorbei zum nördlichen Auenwald und weiter nach Wahren und Lützschena. Die Weiße Elster wurde teilweise im südlichen und nördlichen Abschnitt begradigt.

 
ANDREASKAPELLE
 
Im 11./12. Jahrhundert entstand die Andreaskapelle in Knautnaundorf. Sie hat einen achteckigen Turm mit Spitze. In den 1970er Jahren wurde die Kapelle umgebaut, dabei wurden auch die Saalfenster vergrößert. Um die Andreaskapelle herum befindet sich ein Friedhof. Hier steht auch ein Ehrenmal für die Krieger des Deutsch-Französischen Kriegs in den Jahren 1870 und 1871.
 
FRIEDHOF KNAUTNAUNDORF
 
Der Friedhof Knautnaundorf befindet um die Andreaskapelle herum, welche aus dem 11./12. Jahrhundert stammt.

 

STAHL- UND HARTGUSSWERK BÖSDORF
 
Im Jahre 1894 wurde das heutige Stahl- und Hartgusswerk Bösdorf in Leipzig gegründet. 1917 ging es nach Bösdorf, bis Anfang der 1980er Jahre die Gemeinde wegen des Tagebaus Zwenkau aufgelöst wurde. Das Unternehmen musste umziehen und eröffnete 1984 ihr neues Werksgelände in Knautnaundorf. Ein Jahr später entstand ein 205 Meter hoher Schornstein. Die SHB produziert Stahlgussbauteile für Anlagen der Rohstoffgewinnung, Energieerzeugung, Fahrzeug- und Verfahrenstechnik und für Baumaschinen.
     
ZWENKAUER SEE
 
In den Jahren 1930 bis 1999 fand nördlich von Zwenkau der Abbau von Braunkohle statt. Auch diese Baugrube sollte wie der benachbarte Cospudener See geflutet werden. Sie begann im Januar 2007 und soll 2013 abgeschlossen sein. Der Zwenkauer See wird eine Fläche von 970 Hektar und bis zu 48,5 Meter tief sein. Nördlich der Stadt Zwenkau wurde 2010 ein Hafen angelegt. Der Nordstrand des Sees befindet sich in Leipzig und so soll in Zukunft einen Segelhafen, Campingplatz, Hotel und ein Feriendorf beherbergen.

     

GUT KNAUTNAUNDORF
 
Im Jahre 1413 wurde das Gut erstmals erwähnt. Es befand sich seit 1700 im Besitz der Familie von Dieskau, gefolgt 1766 von den Grafenfamilie von Hohenthal, 1875 an die Zweige der Grafenfamilien Hohenthal und Bergen, bis es 1945 enteignet wurde. Das Gebäude, welches einst zur Schäferei genutzt wurde, ist heute ein Wohnhaus.