Im Jahre 1922 wurde Großzschocher zur Stadt Leipzig eingemeindet. Der Ortsteil Großzschocher ist umgrenzt vom Lausner Weg, Goldrutenweg und Waldbahnlinie im Norden, Ostufer des Cospudener Sees im Osten, Westufer des Cospudener Sees und Elchweg im Westen und zwischen Albersdorf und Lausen im Osten. Das Teilstück südlich der Windorfer Straße gehört zur Gemarkung Großzschocher und der Cospudener See zum ehemaligen Dorf Cospuden und der Landschaftspark Cospuden zum ehemaligen Gut Lauer. Die umliegenden Ortsteile sind Lausen-Grünau, Grünau-Siedlung, Kleinzschocher, Connewitz, die Stadt Markkleeberg und Knauthain-Knautkleeberg. 1992 wurde der Stadtteil Großzschocher zum Ortsteil Großzschocher-Windorf zusammengefasst.

ARCHITEKTUR
 
Auch in Großzschocher stehen eine Vielzahl von Gründerzeitgebäuden, welche teils saniert und teils unsaniert sind. In den Jahren 1960 bis 1970 entstanden über 1.780 Wohnungen in Plattenbauweise.
 
AUENWALD
 
Der Leipziger Auenwald, auch Stadtwald genannt, wurde erstmals im Jahre 1367 mit dem Kauf der Burgaue erwähnt. Die Fläche des Waldes beträgt 1700 Hektar und zählt somit zu den größten Auenwälder Mitteleuropas. Mit über 600 Jahren, ist eine Eiche, gleichzeitig die dickste Eiche, im Rosental der älteste Baum im Leipziger Auenwald. Der südliche Auenwald befindet sich zwischen Lindenau und dem Gut Lauer. Durch den Braunkohleabbau im Süden der Stadt wurden nicht nur Teile des Auenwaldes, sondern auch Dörfer zerstört.

 
APOSTELKIRCHE
 
Bereits im Jahre 1217 soll die Apostelkirche, welche 1926 ihren Namen erhielt, laut einer Urkunde gestanden haben. 1406 bis 1517 wurde eine Hofkapelle gebaut. 1450 das Kirchenschiff erweitert. 1650 erhielt sie ein Uhrenwerk, 1679 eine Orgel, 1694 ein Giebelkreuz und 1696 ein Altar, Kanzel und Taufständer. 1732 wurde ein neues Pfarrhaus gebaut, nachdem das alte 1592 abbrannte. 1851 bis 1878 und 1907/1908 erfolgte ein Umbau der Apostelkirche. Am 18. Oktober 1813 wurde die Kirche von einer Kugel getroffen, welche erhalten ist.
 
WEISSE ELSTER
 
Die Weiße Elster stammt aus Tschechien im Elstergebirge südöstlich von Áš (Asch), in der Nähe des Dorfes Výhledi und mündet in Schkopau bei Halle in die Saale. Unterwegs nimmt die Weiße Elster rund 40 Bäche und Nebenflüsse auf. Kommend aus Zeitz fließt die Elster durch das südliche Leipzig, vorbei am Fortunabad und Auenwald, dem ehemaligen Industrieviertel Plagwitz, zum Schrebergarten und nördlichen Auenwald und weiter durch Möckern. Die W.Elster wurde im südlichen und nördlichen Abschnitt begradigt.

 

ALFRED-ROSCH-KAMPFBAHN
 
Im Jahr 1949 wurde die Alfred-Rosch-Kampfbahn, eine Radrennbahn, gebaut. Die Rennbahn hat eine Länge von 400 Metern und eine Breite von 7,50 Metern. Die Geraden sind 0° Grad und die Kurven 38° Grad. Sie ist die längste teilweise überdachte Radrennbahn Deutschlands. 1960 fanden hier die Bahnweltmeisterschaften statt. Unter anderem findet hier Mountainbike, Radball und Kunstradfahren statt. Bis 2010 fand eine Sanierung des Daches statt.
 
KLEINGÄRTEN
 
In Großzschocher befinden sich viele Kleingartenanlagen, so Lerchenhain, Weidenweg, Südgärten, Vergissmeinnicht, Roggenschläg, Sachsenland, Gartenfreunde, Südwest, Windorf, Elsterbogen, Gärtendreieck, Fidelsack, Lauerscher Weg, Am Badeweg, Am Elsterwehr und Lauer. Abendsonne, Einigkeit, Waldfrieden und An der Küchenholzallee gehören zur Gemarkung Kleinzschocher, liegen jedoch im Ortsteil Großzschocher-Windorf.
 

KÖRNERHAUS
 
In den Jahren 1734 bis 1735 wurde das Schloss Großzschocher gebaut, dazu entstand ein Gärtnerhaus. Heute ist im Körnerhaus, welches 1865 seinen Namen erhielt, noch die Küche mit Kreuzgewölbe und der Rauchabzug im Mittelteil des Erdgeschosses erhalten. Während der Völkerschlacht im Jahre 1813 entkam Theodor Körner am 17. Juni den Franzosen und Rheinbündler mit schweren Verletzungen. Am Tag darauf wurde er von Bauern im Auenwald gefunden und ins Gärtnerhaus gebracht. Man versorgte und brachte ihn später zum Arzt.
     
NATURBAD SÜDWEST
 
Aus einer ehemaligen Kiesgrube entstand das 4,42 Hektar große, 2 bis 5 Meter tiefes, Naturbad in Großzschocher. Bis in die 1990er Jahre wurde es als Freibad genutzt, danach als Landschaftssee und zieht junge und ältere Angler an. Hier finden sich Aal, Barsch, Blei, Giebel, Hecht, Karausche, Karpfen, Plötze, Rotfeder, Schleie, Wels und Zander. Das Naturbad Südwest befindet sich westlich der Dieskaustraße und dem Knauthainer Elstermühlgraben.
 

FRIEDHOF GROSSZSCHOCHER
 
Im Jahre 1861 wurde der Friedhof Großzschocher eröffnet. 1890 folgte der Bau der Friedhofskapelle. Zugang zum 1,8 Hektar großen Friedhof ist über die Huttenstraße möglich. Hier wurde unter anderem der Besitzer der Wassermühle Großzschocher, Anton Leberrecht Zickmantel, bestattet.