Um das Jahr 1000 wurde ein Dorf an der Weißen Elster angelegt und seit 1182 Lindinouve als Rittersitz erwähnt. Am 01. Januar 1891 wurde Lindenau zur Stadt Leipzig eingemeindet. Die Ortsteile Alt-Lindenau, Lindenau und Neu-Lindenau sind umgrenzt von der Prießnitzstraße und Hans-Driesch-Straße im Norden, dem Elsterbecken im Osten, der Karl-Heine-Straße im Süden, der Thüringer Straße im Osten, Antonienstraße im Süden, Brünner Straße im Osten, Plautstraße im Westen und Schomburgkstraße und Merseburger Straße im Norden. Der Felsenkeller und Friedhof Plagwitz gehören zur Gemarkung Plagwitz. Die umliegenden Ortsteile sind Leutzsch, Zentrum-Nordwest, Zentrum-West, Schleußig, Plagwitz, Kleinzschocher, Grünau-Ost, Schönau und Rückmarsdorf.

ARCHITEKTUR
 
Lindenau entstand am heutigen Lindenauer Markt und breitete sich mit einer Vielzahl von Gründerzeithäusern aus. Aber auch hier fand die Industrie statt, so unter anderem die Baumwollspinnerei und die Krügerol-Fabrik. An einigen Ecken gibt es auch noch Gebäude, aus der Zeit, als Lindenau noch ein Dorf war. So dass Goetzhaus und Apostelhaus in der Lützner Straße.
 
PALMENGARTEN
 
Am 29. April 1899 wurde der Palmengarten mit einer Festrede vom ersten Oberbürgermeister "Otto Georgi" eröffnet. Gestaltet wurde er nach Entwürfen vom Frankfurter Gartentechniker Eduard May. Der Palmengarten befindet im Leipziger Auenwald und liegt westlich am Elsterbecken. Im Jahre 1893 fand eine internationale Gartenbauausstellung statt. Danach folgte ein Wettbewerb für die Nachnutzung der Anlagen. Nördlich befand sich ein Palmengartenhaus, welches 1939 gesprengt wurde. Dazu kommt ein großer Teich mit zwei Brücken.

 
NATHANAELKIRCHE
 
In den Jahren 1881 bis 1884 entstand nach Entwürfen der Architekten August Hartel und Constantin Lipsius im neugotischen Stil eine neue Kirche für Lindenau. 1878 wurde die alte Dorfkirche abgerissen. Das neue Kirchenschiff hat 1100 Plätze und einen 74 Metern hohen Kirchturm. 1977 bis 1994 wurde die Nathanaelkirche als Lagerraum genutzt, Grund war das fehlende Geld für eine Sanierung. 1994 wurde die Kirche wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.
 
KLEINE LUPPE
 
Westlich von der Klingerhainbrücke zweigt die Kleine Luppe von der Weißen Elster ab und fließt mit mehreren Bögen am Palmengarten vorbei. An der Lützner Straße teilte sie sich in zwei arme, der westliche wurde "Kuhburger Wasser" genannt und verlief durch den Palmengarten, dem Kleinmessegelände zur heutigen Nahle. Der östliche Flusslauf floss weiter nördlich am Lindenauer Wehr zur Angerbrücke in den Auenwald. In der Burgaue mündet die Kleine Luppe in die Nahle, ein Nebenfluss der Luppe. Das Kuhburger Wasser gibt es heute nicht mehr.

 
MUSIKALISCHE KOMÖDIE
 
Die Musikalische Komödie wurde im Jahre 1912 im "Haus Drei Linden" nach Entwürfen vom Architekten Gerstenberger eröffnet. Das Theaterhaus in der Dreilindenstraße hatte einen prunkvollen Konzert- und Ballsaal mit kleiner Bühne für künstlerische Darbietungen. Eine Gastronomie mit Weinlokal befanden sich auf den Tribünen. 1918 als großstädtisches Varietetheater eröffnet. 1944 wurde sie Spielstätte der Oper Leipzig, nachdem ihr Theaterhaus zerstört wurde. 1968 wurde die Stätte in "Musikalische Komödie" umbenannt.
 
LINDENAUER MARKT
 
Der Lindenauer Markt befindet sich im historischen Dorfkern von Lindenau. Es war ein Straßendorf mit Teich. Um den Markt befinden sich eine Vielzahl von Gründerzeithäusern, einem Theaterhaus, dem Westbad und der Nathanaelkirche. Bald aber auch mit einem Einkaufszentrum. Neben dem Markt befindet sich eine Haltestelle für Straßenbahn und Bus. Einst befand sich unter dem Markt ein Schutzbunker für den Zweiten Weltkrieg.
 

LIEBFRAUENKIRCHE
 
In den Jahren 1907 bis 1908 entstand im neuromanischen Stil die St. Marienkriche, heute Liebfrauenkirche. Am 27. September 1908 wurde vom Bischof, Aloys Schäfer, die Marienkirche eingeweiht.
 
KARL-HEINE-KANAL
 
Der Rechtsanwalt Dr. Ernst Carl Erdmann Heine begann im Jahre 1856 mit dem Bau des Elster-Saale-Kanals. Beginnend östlich der Nonnenbrücke finanzierte er mit eigenen Mittel den 2600 Meter langen Flusslauf bis zur Luisenbrücke. Entlang von Ufern mit Blick zur Philippuskirche, unzähligen Brücken, Gründerzeit- und Industriegebäuden und dem ehemaligen Mörtelwerk. Der Karl-Heine-Kanal ist ein Projekt des "Elster-Saale-Kanals" zur Anbindung an das Wasserstraßennetz. Der Zweite Weltkrieg unterbrach den Weiterbau zum Lindenauer Hafen.
 

SCHAUBÜHNE LINDENFELS
 
Im Jahre 1874 eröffnete der Leipziger Carl Schmidt in der heutigen Karl-Heine-Straße eine Gastwirtschaft, 1876 kam eine Gesellschaftshalle für Veranstaltungen hinzu. Das Lokal hatte einen prächtigen Ballsaal mit verzierten Säulen, welche eine umlaufende Galerie und eine Orchester-Muschel hatten. Im Keller befand sich eine Kegelbahn. Das Theaterhaus wurde mehrmals verkauft und umgebaut. 1949 hieß das Gebäude "Lichtspieltheater Lindenfels" und wurde bis 1987 betrieben, stillgelegt und 1994 wieder als Theater eröffnet.
     
KÖNIG-ALBERT-BRÜCKE
 
Im Jahre 1874 wurde die König-Albert-Brücke über den Karl-Heine-Kanal gebaut. Sie ist eine von 15 Brücken und befindet sich auf der Karl-Heine-Straße. Zwischen 2009 und 2010 wurde die König-Albert-Brücke, welche nach dem sächsischen König Albert von Sachsen benannt ist, neugebaut. Sie stellt eine wichtige Verbindung für den Leipziger Westen dar. Von der Brücke hat man nicht nur einen Blick auf den Karl-Heine-Kanal, sondern auch zum Stelzenhaus, der Philippuskirche und dem brachliegenden Jahrtausendfeld.

 
LÜTZNER STRASSE
 
Die Lützner Straße ist eine der längsten Straßen in Leipzig, erstreckt sie sich von der Jahnallee über Grünau nach Markranstädt. Sie macht halt am Palmengarten, in der Nähe zum Lindenauer Markt, nimmt die Straßenbahn auf, vorbei am Bushof Lindenau und dem Lindenauer Hafen. Direkt an der Straße befindet sich das Goetzhaus, das Apostelhaus, das ehemalige Westbad, das Kaufhaus HELD und das Tapetenwerk. Ab April 2011 wird die Lützner Straße zwischen Luisenbrücke und Odermannstraße komplett umgestaltet. Eröffnung ist im November 2014 geplant.
     
LINDENAUER HAFEN
 
Im Mai 1938 war Baubeginn für den Lindenauer Hafen. Er sollte den heutigen Karl-Heine-Kanal mit dem Elster-Saale-Kanal verbinden und Anschluss zum Wasserstraßennetz haben. Es waren zwei Umschlag-Hafenbecken mit einer Länge von 1000 Metern, einer Breite von 90 Metern und einer Tiefe von 6 Metern geplant. Nördlich sollten zwei Industriehäfen entstehen. Im Frühjahr 1943 wurde mit Einbruch des Zweiten Weltkriegs der Bau eingestellt. Die Speicher und Ufer waren soweit fertig, nur der Kanalanschluss fehlte.

 

PHILIPPUSKIRCHE
 
Die Philippuskirche wurde in den Jahren 1907 bis 1910 nach Entwürfen vom Leipziger Architekten Alfred Müller gebaut und am 16. Oktober 1910 eingeweiht. Die im Jugendstil erbaute Kirche befindet sich am Karl-Heine-Kanal. Der Saal hat 730 Plätze, im Inneren reich mit Ornamenten geschmückt, und einen 62 Meter hohen Kirchturm. Dort befinden sich vier Stahlglocken und ein original erhaltenes und funktionstüchtiges, mechanisches Uhrwerk. Dazu kommt eine romantische Orgel aus dem Jahre 1910, welche ebenso noch im Original erhalten ist.
     
MUSEUMSFELDBAHN
 
Beim Bau des Elster-Saale-Kanals wurde im Jahre 1856 eine Feldbahn in Betrieb genommen. 1888 wurde sie für den Kiesabbau eingesetzt und bediente 1891 auch das Mörtelwerk. Anfangs zogen die Pferde die Loren, ab 1896 waren es E-Loks und 1905 Dampfloks. Mit 400 Metern Streckenlänge wuchs sie bis 1960 auf 12 Kilometer. Mit der Zeit wurde sie "Lindenauer Kiesbahn" genannt. Im Mai 1991 wurde der Betrieb der Feldbahn eingestellt. Zur Erinnerung wurde die Kiesbahn erhalten, im September 1992 wiedereröffnet. Streckenlänge: 1,5 Kilometer.

 

MAX-KLINGER-VILLA
 
In der Karl-Heine-Straße, an der Plagwitzer Brücke, befindet sich Max-Klinger-Villa. Benannt nach dem Leipziger Max Klinger, welcher Bildhauer, Maler und Grafiker war.
     
KLEINGÄRTEN
 
In Lindenau befinden sich viele Kleingartenanlagen, so Fortschritt, Naturheilkunde III, Freie Scholle, Westend, Hoffnung West, Phönix, Neuland West, Bachsche Erben und Lpz. Lindenau.

 
BAUMWOLLSPINNEREI
 
Im Jahre 1884 ging ein großes Fabrikgelände in Betrieb, welches bis 1907 erweitert wurde. Auf 100.000 m² Fläche wurden mit 240.000 Spindeln Baumwolle verarbeitet. Bis 1989 haben hier bis zu 4000 Bürger im Dreischichtbetrieb gearbeitet. Danach wurde die Produktion in der Leipziger Baumwollspinnerei eingestellt. Sie lag in der Nähe zum Plagwitzer Güterbahnhof und erhielt mehrere Gleisanschlüsse, so auch zum Kirow-Werk. In den letzten Jahren ist aus der ehemaligen Spinnerei ein Ort für Künstler, Werkstätten und Läden geworden.
     
HENRIETTENPARK
 
Der Henriettenpark in Lindenau befindet sich zwischen der Lützner Straße, Endersstraße, Henriettenstraße und GutsMuthsstraße. 2004 bis 2005 entstand auf einer ehemaligen Industriebrache eine grüne Parkanlage. Zum Einsatz kamen Materialen aus Stein, Kies, Sand und Beton. Teilweise wurde die Wegeführung der alten Gleisanlagen beibehalten und als Weg ausgebaut.

 
GOETZ-HAUS
 
Eines der letzten Gebäude, welches zum ehemaligen Angerdorf und zu den Biedermeierhäusern der vorgründerzeitlichen Epoche Leipzigs gehört. Im Jahre 1823 wurde das zweigeschossige Wohnhaus gebaut. 1860 folgte ein Anbau. Die Gartenanlage ist noch erhalten. Das Gründerzeitgebäude befindet sich in der Lützner Straße Ecke Birkenstraße. Benannt wurde es nach Dr. Ferdinand Goetz, welcher Mitglied im Lindenauer Gemeinderat war, mit Karl Heine verschiedene Bürgervereine gründete und zur deutschen Turnbewegung beitrug.
     
WESTBAD
 
In den Jahren 1928 bis 1930 entstand nach Entwürfen vom Leipziger Architekten Hubert Ritter das Westbad an der Marktstraße. Im Bauhausstil verfügte das Gebäude eine moderne Schwimmhalle mit Brausebädern, Saunas, Dampf-, Schwitz- und medizinische Bäder sowie eine Schwimmsport- und Gymnastik-abteilung. Zum Lindenauer Markt gibt es einen Uhrturm. In den 1950er Jahren fanden hier Schwimmwettkämpfe statt. Im Jahr 1990 wurde das Gebäude stillgelegt und 2003 umfassend saniert. Heute befindet sich dort ein Ärztezentrum.

 
ALTER GASTHOF
 
Im Alten Gasthof, welches 1713 gegründet wurde, hatte "Napoleon Bonaparte" am 19. Oktober 1813 nach seinem Rückzug aus Leipzig einen kurzen Aufenthalt. Das Gasthaus befindet sich in der Zschocherschen Straße in Lindenau, direkt an der Kleinen Luppe und in der Nähe zur Lützner Straße und dem Palmengarten.
     
KRÜGEROL-FABRIK
 
Im Jahre 1866 gründete Richard Krüger eine Fabrik für Halsbonbons unter dem Namen "Krügerol". Die Produktionsstätte befand sich in der Luppenstraße 24. 1990 musste die Produktion auf Grund von veralteter Technik und finanziellen Mitteln eingestellt werden. 1994 wurde die Produktion jedoch wieder aufgenommen, den Vertrieb übernimmt nun Klosterfrau aus Köln. 2009 wurde die ehemalige Fabrik zu Lofts umgebaut. Krügerol waren in der DDR die beliebtesten Halsbonbons. Sie gibt es in den Geschmacksrichtungen Minze und Eukalyptus.

 
THEATER DER JUNGEN WELT
 
Im Jahr 1946 beschloss die Leipziger Stadtverwaltung, ein Theater für Kinder zu eröffnen. Das "Theater der jungen Welt" hatte seine erste Spielstätte im Weißen Saal in der Kongresshalle am Zoo. 1989 gab es eine Brandstiftung und man führte in verschiedenen Kulturhäusern und im Zelt auf dem Jahrtausendfeld Theater für die Kinder auf. 2003 wurde im "Haus das Volkskunst" mit dem Großen Saal am Lindenauer Markt die neue Spielstätte eröffnet. Zehn Jahre zuvor beschloss dies der Stadtrat, danach begannen die Umbauarbeiten.
     
TAPETENWERK
 
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KAUFHAUS HELD
 
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BUSHOF LINDENAU
 
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KAUFHAUS KARSTADT
 
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