Erstmals im Jahre 1376 wurde Slizzig, zwischen Weißer Elster und Rödel, erwähnt. Am 01. Januar 1891 wurde Schleußig zur Stadt Leipzig eingemeindet. Der Ortsteil Schleußig ist umgeben von der Weißen Elster und dem Elsterflutbett. Ein kleiner Teil der Gemarkung Schleußig liegt im Ortsteil Kleinzschocher. Die umliegenden Ortsteile sind Lindenau, Zentrum-West, Connewitz, Großzschocher, Kleinzschocher und Plagwitz.

ARCHITEKTUR
 
Der Stadtteil Schleußig gehört nicht nur zu den schönsten Stadtteilen von Leipzig, sondern auch mit erhaltener Gründerzeitarchitektur. Entlang der großen Straßen wie der Könneritzstraße, Brockhausstraße und Stieglitzstraße wurden in den letzten Jahre eine Vielzahl von historischen Bauten saniert. Aber auch moderne Einfamilienhäuser und Villen finden sich auf der Insel, welche komplett vom Wasser umgeben ist.
 
CLARA-ZETKIN-PARK
 
Der König-Albert-Park wurde im Jahre 1897 nach Entwürfen vom Ratsgärtner Carl Otto Wittenberg im Auenwald angelegt. Der Grund war die zweimal im Jahr stattfindende Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung. Als die Gebäude der Ausstellung abgerissen wurden, wurde der Park mit 30 Hektar fertig gestellt. Am 21. November 1898 bekam er den Namen "König Albert", 1945 in "Albertpark" umbenannt und 1955 wurde er zusammen mit den umliegenden Parkanlagen zum "Clara-Zetkin-Park" zusammengefasst, das 2011 aufgehoben wurde.

 
BETHANIENKIRCHE
 
Im Oktober 1931 fand die Grundsteinlegung für die Bethanienkirche statt, welche am 29. Januar 1933 eingeweiht wurde. Am 30. Oktober 1892 fand der erste Gottesdienst in Schleußig statt, jedoch in der Aula einer Schule. Bereits 1915 war der Bau einer Kirche geplant, musste jedoch wegen Einbruch des Ersten Weltkriegs aufgegeben werden. Die Bethanienkirche hat einen Kirchenraum mit 750 Sitzplätzen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt, bis 1950 wieder aufgebaut. Weitere Sanierungen folgten bis 2000.
 
WEIßE ELSTER
 
Die Weiße Elster stammt aus Tschechien im Elstergebirge südöstlich von Áš (Asch), in der Nähe des Dorfes Výhledi und mündet in Schkopau bei Halle in die Saale. Unterwegs nimmt die Weiße Elster rund 40 Bäche und Nebenflüsse auf. Kommend aus Zeitz fließt die Elster durch das südliche Leipzig, den ehemaligen Industrievierteln Schleußig und Plagwitz, am Schrebergarten vorbei zum nördlichen Auenwald und weiter durch Möckern und Wahren. Die W.Elster wurde im südlichen und nördlichen Abschnitt (mit Mündung der Luppe) begradigt.
 

BOOTSHAUS HEROLD
 
Das Bootshaus Herold entstand im Jahre 1888 unter den Namen Seifert, in
den 1950er Jahren heirate Herold eine Tochter aus der Familie Seifert, somit
ist das Bootshaus sein 120 Jahren in Familienbesitz, neben einem
Bootsverleih und einer Wassersportschule, wurden auch hier die ersten
Motorbootfahrten gedreht. Heute starten am Bootshaus in der Sommersaison Motorbootrundfahrten auf der Weißen Elster und dem Karl-Heine-Kanal.
 
KLEINGÄRTEN
 
Zwischen Weiße Elster und Holbeinstraße befindet sich die Kleingartenanlage "Elster Idyll e.V.".
 

BUNTGARNWERKE
 
Mit seinen 100.000 Quadratmetern, ist es Europas größtes Industriedenkmal.
Vor der Wende arbeiteten hier noch rund 2000 Menschen, die 1897 von der
Firma Tittel & Krüger als Kammgarn-Spinnerei erbaut wurde. Nach 1990
wurden die Industriegeschosse saniert und beherbergen moderne Lofts
und Wohnungen im Elster-Park. Einst sollte ein es ein Themenpark mit Kino,
Fleischer, Bäcker, einem Schwimmbad, Kneipen und mehr sein. Die Eisenbahnbrücke wurde im Jahr 2013 abgerissen.
 
ELSTERFLUTBETT
 
Das Elsterflutbett wurde zum Hochwasserschutz auf einer Länge von 3,6 Kilometern angelegt. Es zweigt östlich vom Teilungswehr Großzschocher ab, fließt durch den südlichen Auenwald, unter mehreren Straßen wie dem Schleußiger Weg und Brücken wie der Sachsenbrücke zum Palmengartenwehr und mündet dort ins Elsterbecken. Das Elsterflutbett entlastet die westlich fließende Weiße Elster und dient besonders für Wassersportler als Trainingsstrecke, aber auch als Zubringer ins Leipziger Neuseenland.
 

BOOTSHAUS STURMVOGEL
 
Im Frühjahr 1904 wurde der Grundstein für eine Waldvilla gelegt. Im selben Jahr konnte das Bootshaus feierlich eröffnet werden. Es war und ist die Heimstätte des Rudervereins Sturmvogel. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen weitere Rudervereine ins Haus ein. Später gelang das Bootshaus an den SC DHfK, der erfolgreichste Sportclub der DDR. Hier trainierten Athleten in den Bereichen Rudern, Kanu und Kanuslalom. Das "Bootshaus Klingweg" befindet sich an der Weißen Elster und steht gegenüber vom Clara-Zektin-Park.
     
AUENWALD
 
Der Leipziger Auenwald, auch Stadtwald genannt, wurde erstmals im Jahre 1367 mit dem Kauf der Burgaue erwähnt. Die Fläche des Waldes beträgt 1700 Hektar und zählt somit zu den größten Auenwälder Mitteleuropas. Mit über 600 Jahren, ist eine Eiche, gleichzeitig die dickste Eiche, im Rosental der älteste Baum im Leipziger Auenwald. Der südliche Auenwald befindet sich zwischen Lindenau und dem Gut Lauer. Durch den Braunkohleabbau im Süden der Stadt wurden nicht nur Teile des Auenwaldes, sondern auch Dörfer zerstört.

 
KÖNNERITZSTRASSE
 
Die Könneritzstraße, welche nach "Léoce von Könneritz" benannt wurde, ist die Hauptstraße in Schleußig. Mit ihrer Länge von über einem Kilometer erstreckt sie sich zwischen Ernst-Mey-Straße und Rödelstraße. Im Umfeld der Haltestelle Stieglietzstraße befindet sich der Mittelpunkt der Schleußiger. Im September 2008 eröffnete ein neuer KONSUM-Supermarkt und 2010 ein Eisladen, welcher an warmen Tagen sehr gut besucht ist. Auf der Insel treffen alle Generationen zusammen. Hier besteht auch direkter Zugang zum Auenwald. Ab 2016 soll die Könneritzstraße komplett umgebaut werden.
     
KLEINGÄRTEN
 
In Schleußig gibt es viele Kleingartenanlagen, so Elstergrund, Dammstraße, Pistorisstraße, Leipzig-Schleußig und Elsteridylle.

 

SCHOKOLADENFABRIK
 
In der Könneritzstraße befand sich einst eine Schokoladenfabrik. Bis in die 1990er Jahre fand hier noch ein Werksverkauf von Süßigkeiten statt. Niedergelassen hat sich hier Richter, der mit Felsche und Riquet zu den drei größten Leipziger Schokoladenfabrikanten gehörte.
     
KÖNNERITZBRÜCKE
 
Die Könneritzbrücke, benannt nach "Léoce von Könneritz", wurde im Jahre 1869 über die Weiße Elster als Holzbrücke gebaut. Sie diente zur Verbindung nach Plagwitz, da sich dort immer mehr Industrien ansiedelten. 1899 wurde die bisherigen Brücke durch eine Eisenkonstruktion mit Fachwerkträger- und Bogenkonstruktion aus genieteten Eisenträger ersetzt, welche damals als hochmodern galt. Die Könneritzbrücke wurde von Mai bis September 2002 aufwendig saniert und steht als technisches Denkmal unter Schutz.

 
KARL-HEINE-VILLA
 
Im Jahre 1874 wurde nach Plänen von R. Hercher im Stil des Historismus die Karl-Heine-Villa gebaut. Sie befindet sich an der Ernst-Mey-Straße und Weißen Elster. Von 1874 bis 1888 wohnte hier der Leipziger Rechtsanwalt "Dr. Ernst Karl Erdmann Heine". Er war Industriepionier für den Leipziger Westen. Mitte der 1990er Jahre begann eine Sanierung des Gebäudes, welches jedoch abgebrochen wurde. 2003 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Heute befindet sich die "Karl-Heine-Villa" in Privatbesitz.