Der Elstermühlgraben entspringt ursprünglich in Höhe Marschnerstraße. Der Flussabschnitt zwischen Petersteg und Schreberbad zählt aber nun auch dazu. Er startet somit am Palmengartenwehr und durchfließt das Bach- und Waldstraßenviertel, vorbei am Stadthafen und Sportforum, und mündet vor dem Klärwerk Rosental in die Weiße/Alte Elster.

 

             

Flusslauf

 

Freilegung

 

Bau-Doku

 

Der Mühlgraben (Angermühlgraben) wurde vermutlich um 1000 unter Weiterführung eines Elsterarmes angelegt. Der als Alte Elster noch bis in den 20er Jahren bestand. Er diente vorrangig dem Betrieb der Angermühle (Jakobsmühle), aber auch der Hochwasserregulierung. Die Mühle die anfänglich noch dem Thomaskloster gehörte, kam 1499 an den Rat, der sie mehrfach umbauen und erweitern ließ. Im Jahre 1492 wurde hier erstmals in Leipzig das gute Papier geschöpft, neben der Mehlherstellung diente sich auch als Walk-, Schleif- und Poliermühle.

Pittoreske Besonderheit war der offene Verlauf des Elstermühlgrabens entlang dem Ranstädter Steinweg, an dem sich zahlreiche Fischer und Färber angesiedelt hatten. Im Rahmen der gründerzeitlichen Expansion der Stadt, begann man die wichtigste Ausfallstraße nach Westen aufzuweiten, somit wurde dieser Flussabschnitt bereits 1878 überwölbt und ein Jahr danach die Angermühlbrücke abgerissen.

Ende der 1930er Jahre kam es zur Verseuchung der Pleiße durch massive Einleitung ungeklärter Industrieabwässer und vor allem der karbochemischen Betriebe des Leipziger Süden. Durch die Verbindung des stark phenolbelasteten Flusses mit dem Wasser der Weißen Elster wurde auch der Elstermühlgraben in Mitleidenschaft gezogen. Anfang der 1960er Jahre entschied man sich, wie zehn Jahre zuvor den Pleißemühlgraben, auch den Elstermühlgraben zu verrohren. Dieser wird seit 2005 wieder stückweise freigelegt. Der letzte Abschnitt soll ab 2020 der Öffentlichkeit übergeben werden.