Der Elstermühlgraben entspricht historisch an der Marschnerstraße, zweigt von der Weißen Elster ab und schlängelt sich von links nach rechts durch. Auf der einen Seite befindet sich die Kleingartenanlage Dr. Schreber und auf der rechten Seite mehrere Villen.

   

Nach einer typischen Wasserfahrt der Leipziger Gewässer erblickt der Elstermühlgraben die neue Schreberbrücke. Hinter ihr war bis Sommer 2008 das Ende des offenen Flussbetts. Die alte Schreberbrücke wurde abgerissen und zwischen 2010 und 2011 durch eine neue Brücke in Bogenform mit besonderem Geländer ersetzt. Nun können auch Boote mit einer Durchfahrtshöhe von 2 Metern den Mühlgraben befahren. Am Freitag, den 13. Mai 2011, wurde die Schreberbrücke eingeweiht.

   

Angekommen am Leipziger Stadthafen. Nicht ganz, dieser soll ab 2018 auf einem ehemaligen Platz der Stadtwerke Leipzig gebaut werden. Zuvor wurde von 2008 bis 2010 der Elstermühlgraben bis zur Friedrich-Ebert-Straße freigelegt. Das Flussbett ist rund 10 Meter breit und hat einen 78 Meter langen Bootssteg erhalten. An ihm können Boote aller Art und vor allem Fahrgastschiffe andocken, welche zu Fahrten ins Leipziger Neuseenland und zum Lindenauer Hafen einladen. Am 31. August 2010 wurde dieses neue Teilstück den Leipzigern übergeben.

   

Am Montag, 11. Juli 2011, fand der TAG BLAU statt. An diesem Tag wurde der Gewässerkurs 1 zwischen Leipzig-Stadthafen und Cospudener See/Zöbigker Hafen eröffnet. Die beiden LeipzigBoot-Prototypen laden zu Rundfahrten auf den Leipziger Gewässern ein. Zustieg ist am Stadthafensteg (Elstermühlgraben) und am Rennbahnsteg (Elsterflutbett). Den "Lipsi-Liner" kann man für Rundfahrten mieten.

   

Auf Grund des Hochwasserschutzes entstand in der Nähe der Westbrücke das Schreberwehr. Es befindet sich am Abzweig zur Alten Elster (Offenlegung bis 2027) und wird nach Zusammenschluss des letzten verrohrten Flussstücks (bis 2016) zur Schleuse umgebaut. Über das Schreberwehr führt der Blüthnersteg. Dieser erinnert an die ehemalige Pianofabrik der Familie Blüthner. Julius Ferdinand Blüthner gründete am 07. November 1853 sein Unternehmen und gehört somit zu den ältesten Klavierherstellern. Die Fabrik hatte ihren Sitz an der Weststraße (heute Friedrich-Ebert-Straße) Ecke Plagwitzer Straße (heute Käthe-Kollwitz-Straße). Im Zweiten Weltkrieg wurden die Fabrik und alle Überlieferungen zerstört. Nördlich des Blüthnerstegs befindet sich eine Tafel, welche die damaligen Flussläufe mit Wehre darstellt.

   

Nun geht es weiter zur ehemaligen Westbrücke. Diese wurde bei der Verrohrung des Elstermühlgrabens zurückgebaut. Die Westbrücke befand sich auf der Weststraße, die heute Friedrich-Ebert-Straße heißt. Hier wird das Flussbett, kommend von 10 Metern Breite, deutlich schmaler.

   

Danach geht es zur Carl-Maria-von-Weber-Straße. Umgeben von Gründerzeit-, Industrie- und Stadthäusern. Dieser Abschnitt wurde von 2013 bis 2015 freigelegt und die Westbrücke neu errichtet. Dabei erhält er auf der Südseite eine beidseitige Rampe, begleitet von Sträuchern und Bäumen, die zum Ufer führt. Seitlich führen Rad- und Gehwege entlang.

   

Angekommen an der Elsterstraße mit der gleichnamigen Brücke, die auch neu gebaut werden muss. Dieser Abschnitt soll von 2018 bis 2020 realisiert werden. An der Elsterstraße Ecke Gottschedstraße steht das Poniatowskidenkmal. Einen Uferweg wird es nur auf der Südseite geben.

   

Vorbei am Lessing-Gymnasium und der Poniatowskibrücke über die Lessingstraße geht es nun zum letzten Teilbauabschnitt zur Freilegung des dritten Bauabschnitts des Elstermühlgrabens zwischen 2015 und 2017. Dabei wird auch die Funkenburgbrücke über die Thomasiusstraße neu errichtet. Dieser Abschnitt wurde bereits gestaltet, mit einem Sandweg und einer Wasserschlage, die an den ehemaligen Flusslauf erinnern soll.

   

Im Jahr 2005 wurde der Elstermühlgraben am Ranstädter Steinweg wieder ans Licht geholt. Zwar floss der damalige Mühlgraben noch unter den Straßenbahnschienen, wurde er nun am Straßenrand gelegt. Neben einer modernen Architektur, wurden auch wieder dort Brücken gesetzt wo eins welche standen. Die Namen entstanden durch berühmte Bewohner und Gegebenheiten. An der Ecke der Thomasiusstraße befindet sich das Sprengungsdenkmal. Zwischen Fischersteg und Lautensteg befindet sich ein halbes Angerwehr, gebaut wurde es wegen der unterschiedlichen Wasserhöhe. Am Goerdelerring wo bis 1897 noch die Angermühle arbeitete, wurde ein Andenken gesetzt. Mit vier großen, nachts blau leuchtenden Stäben wird an die Angermühle erinnert, nach ihr wurde auch die Brücke benannt.

   

Wo einst die Angermühle stand, in der Nähe des Naturkundemuseums, wurde im September 2007 ein neues Ufer eröffnet. Am Wasserkreuz fließt links der alte Elstermühlgraben weiter und auf der rechten Seite befindet sich ein Überlauf des Pleißemühlgrabens mit dem Rosentalwehr.

   

Entlang von steinernen Mauern kommt man schließlich an der neuen Gustav-Adolf-Brücke an. Im Jahr 2006 baute man sie neu, da sie Einsturz gefährdet war. Die grünen Brückengeländer ließ man erhalten und bekamen einen neuen Anstrich. Auf der Brücke wurde außerdem ein kleiner Platz geschaffen, welches neben Sitzbänken auch ein Modell mit dem Ort im Mittelalter zeigt. Dazu kommt ein Schacht, in dem die Bürger tief zum Elstermühlgraben schauen können.

   

Weiter geht es mit steinernen Ufermauern, auf der einen Seite befinden sich noch Treppen mit Anlegestegs. Bis sie an der Hinrichsenstraße ins Rosental fließt. Von dort aus führt leider kein Gehweg mehr entlang.

   

Angekommen an der Leibnizbrücke, von hier aus geht es ins Rosental. Von der Brücke aus hat man schöne Blicke aufs Wasser mit herab stehenden Bäumen. Auch endet ihr wieder der Gehweg am Wasser.

   

Entlang der Funkenburgstraße zur Liviastraße. Am Elstermühlgraben spiegeln sich traumhafte und märchenhafte Häuser. Als sie wurden im Mittlelalter und zur Gründerzeit gebaut. Somit ist das Waldstraßenviertel für seine zahlreichen Häuser bekannt. Der Mühlgraben verläuft weiter am Rosental vorbei, hier wurde vor einigen Jahren die Ufermauern neu gestaltet.

   

Nach einigen Schwenkungen geht es nun nach rechts zur Waldstraßenbrücke. Vor der Brücke liegt das Mückenschlösschen. Der sächsische König August der Starke wollte auf dem heutigen Areal sein Schloss bauen. Doch durch die Mückenplage stieß das Pferd von August vom Selbigen. Die Schmach war so groß für ihn, den Leipziger Stadtrat erfreute es, den es sollte nie ein Schloss in Leipzig für einen Herrscher gebaut werden. Gebaut wurde die Villa im Sommer 1890 vom Architekt Gustav Strauss, heute beherbergt es ein Restaurant am Elstermühlgraben.

   

Weiter geht es unter der Waldstraßenbrücke am Rosental zur Leutzscher Allee. Kurz vor der Autobrücke mündet der Elstermühlgraben in die Weiße Elster, welche im Jahre 1926 südlich trockengelegt wurde. Einen Zusammenschluss soll es bis 2027 geben. Aussagen zufolge mündet der Elstermühlgraben erst in Höhe des Klärwerks Rosental in die Weiße Elster.