Der Karl-Heine-Kanal entspringt an der Weißen Elster, genau gegenüber befindet sich die Marina-Gracht mit ihren Kanal. Dazwischen befinden sich die Buntgarnwerke. Dort haben zu DDR-Zeiten rund 2000 Menschen gearbeitet. Entstanden sind in den letzten Jahren Wohnungen und Lofts. Gebaut wurde sie im Jahre 1897 von der Firma Tittel & Krüger als Kammgarnspinnerei. Auf der anderen Seite ein Altersheim im Form von Terrassenwohnungen im italienischen Baustil.

   

Nach der Nonnenbrücke geht es zum ehemaligen Riverboat des MDR FERNSEHEN. Gebaut wurde es auf einer alten Eisenbahnbrücke in Form eines Boots. Vorher war die MDR-Talkshow in Dresden, bis sie ein neues Areal suchten und auf Leipzig stießen. Auch war es geplant, selbst ein Schiff zubauen und es dann auf dem Karl-Heine-Kanal zusetzen, aber da war am Ende dann so teuer. Auch befindet sich an der Elisabethbrücke ein rotes Haus, das Restaurant zum Riverboat-Hafen". Zu DDR-Zeiten arbeitete dort eine Holzgenossenschaft, ein russischer Holzfäller hatte sich das Haus in der Zeit des Baus vom Kanal gekauft. Zwischen den Gebäuden befindet sich ein Anlegesteg für Bootsfahrten.

   

Danach geht es durch eine weitere Brücke hindurch, die Elisabethbrücke. Der Name daher, weil die Erich-Zeigner-Allee damals Elisabethstraße hieß. Entlang einer schönen grünen Baumlandschaft, wie im Dschungel halt. Angekommen an der König-Johann-Brücke, von hier aus hat man einen schönen Blick auf den Karl-Heine-Kanal in Richtung Stelzenhaus.

   

Angekommen am ehemaligen Industriestadtteil Plagwitz. Auf einer Seite befindet sich der Stadtteilpark für die Bewohner. Der alte Schuppen, Verladestelle Nr.1 blieb erhalten und wurde durch den Verein Wasser-Stadt-Leipzig saniert und ist somit auch der Sitz. Immer auf der rechten Seite entlang, dort befindet sich ein über 3,2 Kilometer langer Fuß- und Radweg. Er erschreckt sich von der Elisabethbrücke bis zur Luisenbrücke am Lindenauer Hafen. Einige Meter vor dem Stelzenhaus befindet sich eine Stahlbogenbrücke die zur Expo 2000 eröffnet wurde und bei Belastung ein wenig schwingt. Seit 2011 befindet sich auf der Südseite ein behindertengerechter Bootssteg, der aus dem Erlös des Entenrennens 2010 finanziert wurde.

   

Das Stelzenhaus selbst wurde in den 30er Jahren auf 100 Stelzen gebaut, um die stetig steigenden Rüstungsaufträge zu erfüllen. Im Jahr 2003 wurde es saniert, Büros, Wohnungen und ein Restaurant befinden sich dort. Die Wasserrosen auf den Gewässern vor dem Stelzenhaus sind der Beweis für eine gute Wasserqualität.

   

Weiter geht am Stelzenhaus rechts vorbei auf eine schöne lange Waldstrecke. Mit Blicken zur Weißenfelser Brücke, der König-Albert-Brücke und der Aurelienbrücke hat man einen schönen Blick aufs Wasser.

   

Man paddelt vorbei an gründerzeitlichen Häusern, hohen Bäumen und der Philippuskirche in Lindenau. Errichtet wurde sie in den Jahren 1907/1908, im Kirchensaal befindet sich eine romantische Jehmlich-Orgel.

   

Danach geht es links rum zu einem steinernen Ufer. Dies wurde von angrenzenden Nachbarschaftsschule in Lindenau angelegt. Umgeben von verfallnen Industriegebäuden, Bäumen, Sträuchern, einfach eine traumhafte Idylle.

   

Nun geht es volle Fahrt voraus zu weiteren Brücken, entlang von Wohnanlagen und städtischen Landschaften. In den späten Abendstunden kann man auf vielen Bänken am Karl-Heine-Kanal die Stimmung genießen. Die Bootstour geht unter die Gießerbrücke und einer Fußgängerbrücke hindurch. Die einst eine Plagwitzer Eisenbahnstrecke verbindete.

   

Bei den ganzen Brücken, wo fast alle gleich aussehen, verliert man schnell den Durchblick. Mit einem Schwenk nach rechts geht es nach einer Fußgängerbrücke zur König-August-Brücke. Damals hieß die Bogenbrücke Friedrich-August-Brücke. In der Nähe befindet sich die Liebfrauenkirche und der Plagwitzer Bahnhof. Rund 14 Brücken überbrücken den Karl-Heine-Kanal.

   

Nach einem kurzen geraden Wasserlauf kommt wieder ein großer Bogen nach links zur Saalfelder Brücke. Auf der rechten Seite befindet sich der Bushof Lindenau. Auf der Brücke hat man schönen Blick zum kanalartigen Wasserlauf.

   

Nach einem wohl unendlichlangen Wasserkanal kommt man schließlich am ehemaligen Mörtelwerk an. Dies lies Karl Heine an seinem Kanal um 1891 als Mörtel- und Ziegelwerk bauen. Viele Baufirmen wie die von Heine gegründete Westend-Baugesellschaft AG nutzten das Gebäude. Nach der Wende stand das Mörtelwerk vor dem Verfall. Im Jahr 1999 fand sich ein neuer Mieter, der Wabe, einem Jugendhilfeverein. Auch befindet sich dort das Cafe Kanal 28 sowie Büroräume. Spuren von den damaligen Transportmitteln wie Schienen der Feldbahn liegen noch heute. Auch legt hier das Fahrgastschiff MS Weltfrieden an.

   

Nach über 3,2 Kilometern Wasserlänge durch Plagwitz und Lindenau endet der Karl-Heine-Kanal bereits einige Meter vor der Luisenbrücke. Durch den Zweiten Weltkrieg schaffte es die Westend Baugesellschaft mbH leider nicht mehr den Durchstich zum Lindenauer Hafen. Zwischen 2011 und 2012 wurde die Luisenbrücke bis auf die Rundbögen abgetragen, verbreitert und neu hochgezogen. Im September 2012 fand der Spatenstich für den 650 Meter langen Durchstich statt, dessen Arbeiten im Juli 2013 begannen und im Juni 2015 abgeschlossen sein werden. Die Eröffnung war am 02. Juli 2015.