Der Pleißemühlgraben entspringt am Pleißenwehr Connewitz und fließt entlang der Wundtstraße durch das Musikviertel, kommt am Bundesverwaltungsgericht und der Thomaskirche vorbei, weiter durch das Stadtzentrum und den Zoo ins Rosental und mündet in die Weiße Elster am Klärwerk Rosental. Der Abschnitt zwischen Schleußiger Weg/Kurt-Eisner-Straße und Zoo wurde in den 1950er Jahren verrohrt und seit 1990 schrittweise wieder ans Licht geholt. Das die Pleiße durch den Zoo fließt, ist weniger bekannt, da dieser Abschnitt bis zur Mündung als Parthe umbenannt wurde.

 

             

Flusslauf

 

Freilegung

 

Bau-Doku

 

Die Pleiße wurde künstlich angelegt, deren Beginn um 930 lag. In der Zeit vor der Stadtgründung von Leipzig, mit dem Bau der Nonnenmühle 1287 endete, war vorrangig der Betrieb von Mühlen (Nonnenmühle, Thomasmühle, Barfußmühle, Gohliser Mühle). Seit dem 16. Jahrhundert versorgten sie südlich der Pleißenburg erbauten Wasserkünste die Stadt über ein Holzröhrensystem mit einem Gemisch aus Brunnen- und Pleißenwasser. Daneben bot der Wasserreichtum der Elster-Pleiße-Aue beste Voraussetzungen für die Anlage von Gärten, die sich schnell vom Nutz- zum Zier- und Lustgarten wandelten und im 18. Jahrhundert europäischen Ruf erlangten. Der Pleißemühlgraben diente auch zur Brauchwasserversorgung verschiedener Gewerke und der Entsorgung städtischer Abwässer. Bade- und Bootsbetrieb besonders im südlichen Teil des Mühlgrabens waren von Interesse.

Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Neuregulierungen der Flüsse. Die Aue wurde zunehmend als Bauland erschlossen. Die baulichte Verdichtung und städtebaulicher Überformung erhielt der Mühlgraben im Jahre 1860 in weiteren Abschnitten steinerne Ufermauern und einen kanalartigen Charakter.

Im Jahre 1900 wurde ein Stück des Pleißemühlgrabens am Dittrichring zugunsten der Straße abgedeckt. Die Nonnen- und Barfußmühle, beide technisch veraltet, störten die großstädtischen Planungen und wurden abgerissen. Die Thomasmühle wurde modernisiert und arbeitete bis zur Kriegszerstörung um 1943.

Ende der 30er Jahre führten ungeklärt eingeleitete Abwässer der Karbochemie zu schwerer Verseuchung der Pleiße und ihres Mühlgrabens. Braune Schaumkronen und penetranter Phenolgestank wurden zum nachhaltigen Synonym des Flusses. Leider kam es jedoch nicht zur Beseitigung des Ursachen, sondern nur der Bau einer Wölbleitung im alten Flussbeet (1951-1956) und damit zum Verlust der drei Kilometer innerstädtischen Flusslandschaft.