Die Weiße Elster fließt am entstehenden Zwenkauer See, unter die Autobahn A38 und dem Vergnügungspark Belantis vorbei, zwischen Elsterstausee und Cospudener See zum Leipziger Südwesten. Nach zwei Wehren gelangt man zur Brückenstraße, welche Großzschocher und Markkleeberg verbindet.

   

Danach macht die Elster einen Bogen nach rechts, fließt entlang der Brückenstraße ...

   

... und wieder links zu einer Eisenbahnbrücke, welche die Waldbahn damals nutze.

   

Nun befindet man sich schon längst im südlichen Auenwald von Leipzig und nähert sich der nächsten Wehranlage.

   

An der Flussmeisterei Leipzig zwischen Weiße Elster und Elsterhochflutbett steht eine alte Wehrmaschine zur Schau. Solch eine befindet sich noch am Pleißemühlgraben in Höhe Schleußiger Weg.

   

Angekommen am Teilungswehr Großzschocher. Die Weiße Elster fließt weiter in Richtung Norden nach Schleußig. Rechts vom Wehr zweigt das Elsterflutbett ab, welches einen Abfluss zum Elsterhochflutbett hat.

   

Weiter geht es auf der Elster in den dichtbewachsenen Auenwald zum Leipziger Kanu-Club, einem Bootsverleih mit Wildwasserstrecke. Dasselbe befindet sich auch auf der östlichen Uferseite am Elsterflutbett.

   

Zwischen Schleußig und Kleinzschocher geht es nach links und rechts zu einer alten Brücke, welches eine gelbes Geländer hat. In der Nähe befindet sich die Kleingartenanlage Pistorisstraße, sie bildet Schleußigs Süden. Einige Meter zuvor befindet sich eine Wasserstelle, wo man nur bis zu den Füßen im Wasser steht.

   

 Wieder nach links, gerade aus zum Ruderverein Triton 1893 e.V. und dem Sommerbad Kleinzschocher. Vorbei an Villen mit Anlegesteg, geht es nach rechts zur Schleußiger Brücke zum ersten Bootshaus an Leipzigs Gewässern.

   

An der Weißen Elster liegt das Bootshaus Herold, ein Familienunternehmen das seit über 120 Jahren besteht. Im Jahre 1888 wurde die Firma Herold unter dem Namen Seifert gegründet. In den 50er Jahren heiratete der Bootsbauer Herold eine Tochter aus der Familie Seifert, somit ist der Betrieb seit über 100 Jahren im Familienbesitz. Neben einem Bootsverleih und einer Wassersportschule, wurden auch hier die ersten Motorbootfahrten gestartet.

   

Weiter geht es durch eine schöne kurze Waldlandschaft an Ufern von Schleußig und Kleinzschocher. Entlang von gründerzeitlichen Häusern, einer Kirche und dem Sportbad an der Weißen Elster. Das Restaurant Elsterperle hat seinen eigenen Bootssteg wie in Venedig. Angekommen am Limburger Steg, auch Entenbrücke genannt. Der Name daher, da sich hier fast immer Enten aufhalten. Selbst die seltsamsten wie die Mandarinenten-Männchen. Im Jahr 2008 wurde der Limburger Steg durch eine neue Brücke ersetzt.

   

Vorbei an Kleingärten und Stadthäusern kommt man wenig später an der Karlbrücke über die Industriestraße an. Ein Blickfang reicht zu Schuppen und Häusern, bewachsen von Bäumen. Westlich der Karlbrücke befand sich ein Überwachungssteg mit Häuschen. Überwacht wurde der Bootsverkehr auf der Elster, jedoch wurde der Schuppen bereits abgerissen, nur noch den Steg kann man sehen.

   

Einst waren die Buntgarnwerke die Attraktion an unseren Gewässern. Bis vor einigen Jahren ein Altersheim auf einem ehemaligen Industrieboden entstand. Einst sollte es Appartement- und Penthousewohnungen und mehrere Maisonettenwohnungen anbieten. Aber letztendlich entschied man sich für ein Seniorenheim im Stil von Terrassenwohnungen.

   

Eine weitere Attraktion die man von der Karlbrücke aus sehen kann, sind die im Jahr 2006 fertig gestellten Stadthäuser. Zum Andenken bekam die Marina eine dunkelrot gefärbte Putzstruktur, die dem alten Backstein des einst größten mehrgeschossigen Fabrikgebäudes in der deutschen Gründerzeit ähneln soll. Die 27 Reihen-Eigentumswohnungen mit Garage, Garten und Terrasse haben alle Zutritt zum Bootssteg. Im Jahr 2004 wurde der 60 Meter lange Kanal geflutet.

   

Volle Fahrt geht es auf der Elster weiter, durch die ehemaligen Buntgarnwerke und einer Eisenbahn-Fachwerkbrücke, die im März 2013 abgerissen wurde. Hier haben noch zu DDR-Zeiten über 2000 Menschen gearbeitet. Gebaut wurde es ab 1897 von der Firma Tittel & Krüger als Kammgarnspinnerei. Nach der Wende wurden die alten Fabrikhallen zu modernen Wohnungen und Lofts umgebaut. Der Elsterpark sollte zum Themenpark mit Gastronomie, Supermärkten, Fleischer und Bäcker werden. Doch auch diesem Projekt wurde leider nicht viel. Heute beherbergen die Buntgarnwerke die zum größten Industriedenkmal Europas zählen rund 140 Wohnungen. Dazu entstanden von Herbst 2011 bis Frühjahr 2013 rund 125 weitere Wohnungen im Veneziaquartier.

   

Entlang der Buntgarnwerken kommen wir langsam wieder an gewöhnlichen Häusern vorbei. Kurz vor der Könneritzbrücke befindet sich das italienische Restaurante da Vito. Mit schwimmender Terrasse und einem Anlegesteg für venezianischen Gondeln, holten die Italiener ein bisschen Venedig nach Leipzig. Einige Meter weiter, befindet sich ein ehemaliges Fabrikgebäude von MEY & EDLICH. Hier produzierte der Unternehmer Ernst Mey in seinen Räumen Papierkragen, Papiermanschetten sowie andere Modeartikel. In der Messestadt entstand an gleicher Stelle der erste Versandshaus der Welt. Das Industriegebäude wurde zur Wohnungen mit Reihenbalkons umgebaut. Natürlich hatte man auch hier nicht den Bootssteg weggelassen.

   

Unter der im Jahre 1899 gebauten Stahlfachwerkbrücke geht es an weiteren Industriellen Gebäuden vorbei. Das liegt daher, weil Plagwitz einst ein Industriestadtteil war und Dr. Karl-Heine der auch den Karl-Heine-Kanal baute, aus diesem Dorf die Industrie in den Leipziger Westen holte. Auf den Ruinen und Mauern einer alten Fabrikhalle wurden moderne Stadthäuser gebaut. Seit 1996 befindet sich dort das Restaurant & Cafe Weiße Elster. An sommerlichen Tagen kann man hier sein Frühstück im Freien mit Blick zum Wasser genießen. Gegenüber befindet sich die wieder sanierte Karl-Heine-Villa. Gebaut wurde sie im Jahre 1888 im Stil des Historismus, Inhaber war der Rechtsanwalt Dr. Karl Heine. Das Haus überlebte zwei Weltkriege.

   

Nach einigen Wasserläufen erscheint das nächste Bootshaus am Klingerweg im Clara-Zetkin-Park. Im Jahr 2004 wurden 100 Jahre Bootshaus Sturmvogel gefeiert, im Frühjahr 1904 wurde der Grundstein für die Waldvilla gelegt. Im gleichen Jahr konnte das Bootshaus feierlich eröffnet werden. Es war und ist die Heimstätte für den Ruderverein Sturmvogel. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen weitere Rudervereine ins Haus ein. Bis man damals eines der erfolgreichsten Sportclubs, der SC DHfK zu DDR-Zeiten begrüßen konnte.

   

Weiter geht es durch eine begrünte Wasserstrecke zur Plagwitzer Brücke. Direkt am Wasser steht die Klingervilla, was das Atelierhaus von Professor Max Klinger war. Max Klinger wurde am 18. Februar 1858, am Todestag des großen Künstlers Michelangelo, als Sohn des Seifersiedermeisters Heinrich Louis Klinger und dessen Frau Auguste in der Petersstraße in Leipzig geboren. Seit Vater kaufte ein Stück Land unmittelbar an der Weißen Elster und baute seine Villa und das Atelierhaus seines Sohnes dort hin. Am 05. Juli 1920 starb er an hochgradiger Arterienverkalkung.

   

Angekommen im Klingerhain, einer weiteren wälderlichen Bootstour. Bis eine weiße Brücke zusehen ist, die Vier Jahreszeiten Brücke. Der Name daher soll sagen, das man zu jeder Jahreszeit Leipzigs Wälder besuchen kann. Auf der Brücke an den jeweiligen Enden des Geländers sitzen vier kleine Kinder, die die vier Jahreszeiten symbolisieren. Auch verbindet die Brücke den Klingerhain mit dem Palmengarten, neben einem See mit zwei Brücken und einer kleinen Insel, stand auf einer 1.280 m² großen Rasenflächen das Palmengartenhaus, im Jahre 1898 entstand das gigantische Palmengartenhaus aus Stahl und Glas. Was wenige Jahre später in den 30er Jahren gesprengt wurde, der Grund dafür war, um Baufreiheit für eine geplante Gutenbergausstellung zuschaffen. Auf südliche Seite der Brücke startet die Kleine Luppe.

   

Vorbei am Palmengartenwehr das von 1913 bis 1917 vom Architekten Wünschmann auf den Ratswiesen der Stadt Leipzig erbaut wurde. Auf der Wehr hat man einen schönen Blick auf das Elsterbecken, der Weißen Elster und in südlicher Richtung dem Elsterflutbett. Hier kreuzen sich west- und östlich die Elster. In nördlicher Richtung geht es zum Elsterbecken das unter Naturschutz steht. Gebaut wurde es als künstliches Wasserbecken in den Jahren 1912 bis 1922. Heute wie damals wurde das Becken zum Hochwasserschutz genutzt.

   

Weiter geht die Bootstour in Richtung Stadtzentrum, unter dem Peterssteg entlang des Akademischen Rudervereins. Er wurde im Jahre 1866 als Rudergemeinschaft WIKING gegründet und gilt als drittälteste Deutschlands. Es ist die Heimstätte mehrerer Olympiasieger und Weltmeister.

   

Entlang des Bachstraßenviertels zur Heiligen Brücke. Im Mittelalter war hinter der Brücke das Thomaskloster, die Wiege der Thomanerchors. Weit vor der Lutherzeit brachte eine Kaufmannsfrau Zwillinge zur Welt, sie ist an den Folgen gestorben. Ihr Mann hatte ihr am Sterbebett versprochen, das eine der Töchter Nonne wird und einen reichen Kaufmann heiraten wird. Als eine der Töchter es erfuhr, ist sie geflüchtet und hat sich versteckt. Eine andere Nonne saß abends immer am Ufer, bis ein Ruderer kam, ist sie aufs Boot gesprungen und sie hat sich dort versteckt. Wenig später wurde das Mädel gefunden, sie wurde gefesselt und die Brücke herabgestoßen. Die Nonne hatte davon erfuhren, ist zur Brücke gelaufen uns war tieftraurig und hat wehledig aufs Wasser geschaut und ist alsbald an Herzeleid gestorben. Als der Probst hörte, welcher Irrtum ihm unterlaufen sei, hat er beide heilig gesprochen. Seit dem trägt die Brücke diesen Namen.

   

Nach einem geraden Verlauf an gründerzeitlichen Villen kommt die nächste Brücke. Hier verläuft die Marschnerstraße, eine Verbindung zwischen dem Musikviertel und Sportforum. Auf ihr sieht man ein verschmutztes Gewässer. Hier zweigt die Weiße Elster links ab und fließt entlang der Kleingartenanlage Dr. Schreber.

   

Vorbei an Dr. Schreber und dem Schreberband zur Friedrich-Ebert-Straße. Vorbei an alten Häusern, dem AOK-Hauptgebäude und dem ältesten Haus am Waldplatz. Dies wurde wegen der Fahrbahnverbreiterung der Jahnallee teilweise abgerissen. Nachdem 2005/2006 die Jahnallee/Friedrich-Ebert-Straße umgebaut wurde, wird sie nach 2015 ein zweites Mal umgebaut. Denn die ab 1926 zugeschüttete Hohe Brücke existiert noch, unter der einmal die Weiße Elster wieder fließen wird.

   

Weiter geht es durch eine traumhafte grüne Baumallee im Asphaltweg. Vorbei an der Arena, der Friedrich-Ebert-Straße und gründerzeitlichen Häusern des angrenzenden Waldstraßenviertels. Den Flusslauf wird es vermutlich auf der linken Seite des Weges geben.

   

Angekommen am Stadionsvorplatz und dem Leipziger Zentralstadion und dem teilweise abgerissenen Schwimmstadion. Hier könnte der Flusslauf normal weiter fließen, oder mach baut hier ein Ufer ähnlich wie das Mendelssohnufer hin.

   

Nun macht die Alte Elster einen Knick nach rechts und fließt weiter vorbei am Robert-Koch-Platz. Weiter durch das ehemalige Gelände der Stadtreinigung an der Goyastraße zur Leutzscher Allee.

   

Noch vor der Leutzscher Allee mündet der Elstermühlgraben in die Weiße Elster. Danach geht es ins Rosental und weiter zum Klärwerk. Nach einigem Metern befindet sich am Olympia-Stützpunkt ein Anlegesteg.

   

Dann macht die Weiße Elster einen Bogen nach links und wieder nach rechts und dann wieder links. Nach einem halben Kilometer kommt man an der Staxbrücke und dem Klärwerk Rosental an.

   

Man kann schon sehen, wie grün der nördlichen Auenwald ist. Erst durch den südlichen, durch bewohnte Ecke und dem Stadtzentrum in den nördlichen. Eine Dschungelfahrt von der man nicht mehr träumen braucht. Weiter geht es dann in Richtung Möckern, wo der Zusammenschluss der Weißen Elster mit der Elster aus dem Elsterbecken ist.